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	<title>Blog Arnscht &#187; admin</title>
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	<description>Die Wühlkiste - nicht nur für Eingeborene</description>
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		<title>Für die Schätze der Stadt</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 04:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arnstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rathaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Arnstädter Rathaus ist nach der jahrelangen Restaurierung wieder ein Schmuckstück geworden. Das ab  1583 im niederländisch beeinflusstem Renaissancestil erbaute Gebäude erfuhr während seiner wechselvollen Geschichte zahlreich Um- und Anbauten. Besonders interessant aber ist es, in den Keller hinabzusteigen.  Zum Beispiel wegen des Tresors, in dem die Schätze Arnstadts lagern. Die Tür mit der Aufschrift [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/fur-die-schatze-der-stadt/schuite-075/" rel="attachment wp-att-2232"><img class="alignleft size-medium wp-image-2232" title="Bürgermeister Köllmer vor der massiven Tresortür" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/Schuite-075-150x145.jpg" alt="Bürgermeister Köllmer vor der massiven Tresortür" width="150" height="145" /></a>Das Arnstädter Rathaus ist nach der jahrelangen Restaurierung wieder ein Schmuckstück geworden. Das ab  1583 im niederländisch beeinflusstem Renaissancestil erbaute Gebäude erfuhr während seiner wechselvollen Geschichte zahlreich Um- und Anbauten. Besonders interessant aber ist es, in den Keller hinabzusteigen.  Zum Beispiel wegen des Tresors, in dem die Schätze Arnstadts lagern.<br />
<span id="more-2231"></span><br />
Die Tür mit der Aufschrift &#8220;Geldschrankbode Hannover&#8221; ist, selbst wenn man die Schlüssel dazu hat, kaum zu öffnen. Von außen sieht man ihr das Gewicht und die Widerstandskraft nicht an, aber das gehört wohl zum Prinzip eines Tresors. Dieser ist sogar begehbar und innen sehr geräumig. Hier, im Keller des Rathauses, werden die Schätze der Stadt Arnstadt aufbewahrt.</p>
<p>Wie lange es den Raum schon in dieser Form gibt, ist schwer zu sagen. Denn eigentlich gehörte er vor dem jüngsten Umbau gar nicht zum Rathaus. Er wurde als Tresorraum von der Sparkasse genutzt, die neben dem Rathaus eine Zweigstelle hatte. Aber der heutige Bürgermeister Hans-Christian Köllmer lernte ihn schon in Wendezeiten kennen und schätzen.</p>
<p>Denn auf der Suche nach einem sicheren Unterbringungsort für die Unterlagen der ersten freien Kommunalwahl in Arnstadt kam das Bürgerkommitee auf die Idee, diesen Raum zu nutzen. &#8220;Wir sind damals nach Erfurt gefahren und haben einen Mann aufgetrieben, der mit solchen Schlössern umgehen konnte&#8221;, erzählt Köllmer. &#8220;Und danach haben wir die Unterlagen der Wahl darin gelagert.&#8221;</p>
<p>Zu DDR-Zeiten sollen hier auch Waffen abgestellt worden sein, von der &#8220;Gesellschaft für Sport und Technik&#8221;. Aber die waren schon weg, als das Bürgerkommitee kam. Dann war lange Zeit die Sparkasse wieder Herr und Nutzer des Tresorraums. Aus dem Rathaus gab es auch gar keinen Zugang dorthin. Doch als der Umbau des Rathauses geplant wurde, legte Hausherr Köllmer großen Wert darauf, dass dieser Raum vom Rathaus aus begeh- und nutzbar wurde.</p>
<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/fur-die-schatze-der-stadt/schuite-071/" rel="attachment wp-att-2235"><img class="alignleft size-medium wp-image-2235" title="Der Namenszug an der Tresortür" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/Schuite-071-150x32.jpg" alt="Der Namenszug an der Tresortür" width="150" height="32" /></a>Das war eigentlich nicht vorgesehen, &#8220;aber ich fand, dass er ein Stück Geschichte der Stadt ist und unbedingt erhalten werden muss&#8221;, sagt Köllmer. Und das galt vor allem für die alte, schwere Tresortür. Auch als praktischen Gründen. Denn die Schätze der Stadt lagerten damals in einem kleinen Tresor in seinem Dienstzimmer. Nicht gerade zur Freude der Versicherung.</p>
<p>So wurde die Tresortür auf der Sparkassen-Seite ausgebaut und nach Hannover zur Restaurierung gebracht, denn die Firma &#8220;Bode Hannover&#8221; gibt es tatsächlich noch heute.</p>
<p>Nach der Restaurierung wurde die Tür von der Rathausseite aus wieder eingebaut. So hat nun die Stadt endlich einen würdigen und sicheren Platz für ihre Schätze. Und man hat jederzeit vom Rathaus aus Zugang dazu. Wenn man die große und schwere Tür aufbekommt.</p>
<p>Aber was sind das für Schätze, die derart sicher untergebracht werden müssen? Zur Enttäuschung aller Schatzsucher und Märchenfreunde: Truhen voller Gold, Silber und Edelsteinen findet man leider nicht in dem Tresorraum. Wären sie je dagewesen, hätte sie die Stadt sicher schon lange &#8220;versilbert&#8221;. Einziges sehenswertes Stück im Raum ist die Amtskette des Bürgermeisters, die er zu festlichen Anlässen anlegt. Der Rest sind Schriftstücke, Originalunterlagen, die besonders geschützt werden müssen, auch für den Brandfall. Kauf- und Konzessionsverträge zum Beispiel oder andere Dokumente, die nur im Original anerkannt werden. Das sind die wahren Schätze der Stadt.<br />
Aber wenn doch mal eine größere Menge an Gold unterzubringen wäre, der Tresorraum böte genügend Platz.</p>
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		<title>Wenn der Konsul kommt</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 04:21:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arnstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Joke]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal wird ein Journalist zu Terminen eingeladen, über die es eigentlich nichts zu berichten gibt. Höchstens, dass Leute ihre Arbeit machen, für die sie bezahlt werden. Das ist besonders langweilig für Leser, die jeden Tag ihre Arbeit machen, ohne dass über sie berichtet wird. Manchmal schreibe ich deshalb gar nicht über solche Null-Nummern. Aber manchmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/wenn-der-konsul-kommt/img_3634/" rel="attachment wp-att-2270"><img class="alignleft size-medium wp-image-2270" title="Ein russischer Konsul (links) zu Besuch in Arnstadt. Oder doch nur ein Referent?" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_3634-150x134.jpg" alt="" width="150" height="134" /></a>Manchmal wird ein Journalist zu Terminen eingeladen, über die es eigentlich nichts zu berichten gibt. Höchstens, dass Leute ihre Arbeit machen, für die sie bezahlt werden. Das ist besonders langweilig für Leser, die jeden Tag ihre Arbeit machen, ohne dass über sie berichtet wird. Manchmal schreibe ich deshalb gar nicht über solche Null-Nummern. Aber manchmal doch. Weil es einfach zu skurril ist, um es wegzulassen.<br />
<span id="more-2269"></span><br />
Im Saal des evangelischen Gemeindehauses in Arnstadt wurde kürzlich nur russisch gesprochen. Mit kleinen Ausnahmen, Landrat Benno Kaufhold und der Arnstädter ehrenamtliche Beigeordnete Horst Höhne (beide CDU) durften ein paar Worte auf Deutsch sagen. Das wurde dann übersetzt. Man hätte es aber auch nicht zu übersetzen brauchen, denn zu sagen hatten sie wenig. Sie wussten eigentlich auch nicht, warum sie da waren. Es hatte Anrufe ganz kurzfristig im Rathaus gegeben, sagt Horst Höhne, und dabei waren mehrfach die Worte &#8220;wichtig&#8221; und &#8220;Konsul&#8221; gefallen.  Und nun sei er auch gespannt, was passieren würde.</p>
<p>Die über 100 russisch sprechenden Menschen wussten offenbar, warum sie gekommen waren.  Aus einem rein formalen Grund, versicherte einer von ihnen. Vertreter des russischen Generalkonsulats aus Leipzig wollten kommen, um  in Arnstadt eine Art Pass- und Visa-Sprechstunde abzuhalten. Das gibt es regelmäßig, damit die Betroffenen nicht extra nach Leipzig fahren müssen. Man konnte also in Arnstadt Anträge stellen, Formulare abgeben und ein junger, aber sehr wichtig dreinblickender Mensch verglich die Fotos in den Dokumenten mit der Wirklichkeit, eher er die Lizenz zum Stempeln erteilte. Er blickte wohl auch deshalb diesmal besonders wichtig, weil auch Wahlunterlagen ausgeteilt wurden: Der Herr Putin will sich ja jetzt wieder wählen lassen. Man weiß zwar als Außenstehender nicht immer so genau, ob nun als Regierungschef oder Staatspräsident, aber das macht Putin mit seinem Double Medwedjew wahrscheinlich auch erst hinterher aus.</p>
<p>Der junge Mann, der da mit Gefolge etwas verspätet aus Leipzig gekommen war, heißt Dmitri Jeshow und wurde mal als Konsul, mal als Attaché vorgestellt, auf seiner Visitenkarte steht &#8220;Referent&#8221;. Es soll, sagen Kenner der diplomatischen Szene, alles zutreffend sein. Natürlich klingt &#8220;Konsul&#8221; am besten.  Ein Attaché hätte wohl auch nicht so ängstlich geguckt, als Landrat Kaufhold aus seinem obligatorischen Ilmkreis-Beutel eine Flasche Wodka herausholte und überreichen wollte.  Und für einen Referenten hat der Herr Jeshow mit dem glänzenden Anzug  auch einfach zu wenig referiert.</p>
<p>Um es genauer zu sagen:  Gesagt hat Herr Jeshow offiziell eigentlich gar nichts. Immerhin erfuhr man, wenn auch nicht von ihm, dass es viele russische Menschen in der Region gibt, die keine Aussiedler sind und deshalb einen russischen Pass haben. In Arnstadt sollen es 80, im Ilmkreis 500 sein. Zum Teil werden sie wohl als &#8220;Kontingentflüchtlinge&#8221; geführt, aber man traf gestern auch Menschen, die hier normal arbeiten, aber ihre russische Staatsbürgerschaft nicht ablegen wollen.</p>
<p>Erfahren hat man das von Leander Lutz vom Verein &#8220;Freunde der Stadt St. Petersburg&#8221;. Dem war es im Vorfeld offenbar auch gelungen, mit der etwas irreführenden Nachricht &#8220;Konsul besucht Arnstadt&#8221; die Kommunalpolitiker von der weltpolitischen Bedeutung der Pass-Sprechstunde zu überzeugen. Landrat Kaufhold stand zwar etwas verloren herum, es gelang ihm aber später, mit auf einige Fotos zu kommen.</p>
<p>Und so wurde es für den Landrat  doch noch ein sinnvoller Termin. Wenigstens ein bisschen.</p>
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		<title>Ein Schloss mit vielen Schlössern</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 04:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arnstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Ichtershausen]]></category>

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		<description><![CDATA[Unweit der Ortsmitte des kleinen Ortes Ichtershausen befindet sich ein Gelände, dass auch Einheimische kaum von innen kennen. Es ist die Jugendstrafanstalt, der einzige Ort in Thüringen, wo Jugendliche eine Haftstrafe absitzen können. Es hat eine lange Tradition als Gefängnis, auch wenn die Gebäude zum Teil noch viel älter sind.  Aber die Tage des Gefängnisses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/ein-schloss-mit-vielen-schlossern/jva-ichtershausen-126/" rel="attachment wp-att-2226"><img class="alignleft size-medium wp-image-2226" title="Auch ein ehemaliges herzogliches Schloss gehört heute zum Gefängnisareal." src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/JVA-Ichtershausen-126-150x132.jpg" alt="Auch ein ehemaliges herzogliches Schloss gehört heute zum Gefängnisareal." width="150" height="132" /></a>Unweit der Ortsmitte des kleinen Ortes Ichtershausen befindet sich ein Gelände, dass auch Einheimische kaum von innen kennen. Es ist die Jugendstrafanstalt, der einzige Ort in Thüringen, wo Jugendliche eine Haftstrafe absitzen können. Es hat eine lange Tradition als Gefängnis, auch wenn die Gebäude zum Teil noch viel älter sind.  Aber die Tage des Gefängnisses sind gezählt, im Nachbarort Rudisleben wird schon an einem neuen Gefängnis gebaut.<br />
<span id="more-2223"></span><br />
Dieses Haus hat wirklich viele verschlossene Türen. Hineinzukommen ist auch für Besucher nicht so einfach. Man muss den Personalausweis abgeben und das Mobiltelefon, wird eingetragen und bekommt eine Besucherkarte. Und wenn man dann drin ist, wird man nicht aus den Augen gelassen.</p>
<p>Der Grund dafür sind Jugendliche, die eigentlich dort gar nicht hineinwollten aber am Ende dennoch längere Zeit in dem Areal verbringen müssen. Sie wurden zu einer Haftstrafe verurteilt. Und der einzige Ort in Thüringen, wo man sie als männlicher Jugendlicher absitzen kann, ist die Jugendstrafanstalt in Ichtershausen.</p>
<p>Der erste Eindruck: Stacheldraht auf allen Mauern und an Fassaden. Tore und Türen, die manchmal mehrere Schlösser haben. Und trotzdem, ein Gefängnis stellt man sich eigentlich anders vor. Was sich in Ichtershausen befindet, ist eine Anhäufung von Gebäuden unterschiedlichster Baustile. Mit einem schlossähnlichen Haus in der Mitte, das seine besten Zeiten sichtbar hinter sich hat. Hier residierte einstmals ein Herzog, aber schon lange davor, ab 1133, gab es auf dem Gelände ein Zisterzienserkloster.</p>
<p>Dennoch hat auch die Nutzung als Gefängnis schon eine lange Tradition. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden hier Kriegsgefangene untergebracht, danach wurde für einige Jahre eine &#8220;Kinderbewahranstalt&#8221; daraus. Ab 1877 war Ichtershausen Landesgefängnis, zunächst für beide Geschlechter, ab 1924 dann nur noch für Männer. In der DDR wurde es ein &#8220;Jugendhaus&#8221; mit bis zu 400 Häftlingen.</p>
<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/ein-schloss-mit-vielen-schlossern/jva-ichtershausen-282/" rel="attachment wp-att-2244"><img class="alignleft size-medium wp-image-2244" title="Traditionspflege hinter Gefängnismauern" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/JVA-Ichtershausen-282-150x124.jpg" alt="" width="150" height="124" /></a>Männliche Jugendliche sind bis heute dort untergebracht. Allerdings gibt es nur noch 225 Haftplätze. Und obwohl man sich durch mehrfache Umbauten bemühte, die Bedingungen in den zum Teil sehr alten Gemäuern zu verbessern, sind die Bedingungen keinesfalls optimal. Das ist auch der Grund, <a title="Kein Kuschelknast" href="http://blog-arnscht.de/2011/08/kein-kuschelknast/" target="_blank">warum derzeit in Rudisleben ein Neubau entsteht</a>. Doch bis der fertig ist, dürfte es noch eine Weile dauern. Und so lange müssen die Häftlinge und die Bediensteten mit dem alten Gemäuer leben.</p>
<p>Eng ist es vor allem in den Zellen. Es ist nicht genug Platz für eine grundsätzliche Einzelunterbringung, die gerade bei Jugendlichen wichtig wäre. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten, den Alltag im Gefängnis sinnvoll zu nutzen. Neben den Werkstätten für die Berufsausbildung finden sich Räume für die Anstalts-Band, für Mal- und Gestaltungstalente oder zur sportlichen Betätigung. Es wird mit der sozialen Komponente der Betreuung von Tieren gearbeitet und ein hauseigener Garten kann von den Häftlingen gepflegt werden. Platz dafür ist auf dem Gelände genug, auch wenn die Räume zum Teil unsaniert und einige kaum heizbar sind. Aber die Anstaltsleitung mit Anette Brüchmann an der Spitze hat auch improvisieren gelernt.</p>
<p>Wenn es irgendwann in den nächsten Jahren einen Umzug in das neue Gefängnis gibt, wird wohl kaum einen der jetzigen Insassen oder Bediensteten Wehmut befallen. Vieles an ihrem jetzigen Domizil ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Aber es ist ein Stück Kultur- und Ortsgeschichte, das dann in Ichtershausen zurückbleibt. Ein großes Stück sogar das unmittelbar an den Ortskern angrenzt. Das Thüringer Justizministerium und die Gemeinde haben sich jetzt schon zur Aufgabe gemacht, dafür ein Nachnutzungskonzept zu entwickeln. Egal, was aus dem Kloster, dem Schloss und all den anderen Bauten einmal wird, es dürfte dann wesentlich leichter sein, hinein- und auch wieder herauszukommen.</p>
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		<title>Beschädigter Beigeordneter</title>
		<link>http://blog-arnscht.de/2012/02/beschadigter-beigeordneter/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 04:34:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtrat]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Böttcher]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gab in der jüngeren Vergangenheit einige absonderliche Dinge in der Kommunalpolitik. Da wurde über eine weitere ehrenamtliche Beigeordnete von der SPD nachgedacht, die das dann aber doch nicht wollte. Da gab es einen Antrag der Freien Wähler im Kreistag, den die SPD-Landratskandidatin mit dem Bürgermeisterkandidaten von Pro Arnstadt ausgekaspert hatte und der dann wegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/beschadigter-beigeordneter/100_1141/" rel="attachment wp-att-2250"><img class="alignleft size-medium wp-image-2250" title="Ulrich Böttcher (Archivbild von 2008)" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/100_1141-150x148.jpg" alt="Ulrich Böttcher (Archivbild von 2008)" width="150" height="148" /></a>Es gab in der jüngeren Vergangenheit <a title="Hier noch einmal die Zusammenfassung, was bisher geschah" href="http://blog-arnscht.de/2012/02/ein-ausgefallener-antrag/" target="_blank">einige absonderliche Dinge in der Kommunalpolitik</a>. Da wurde über eine weitere ehrenamtliche Beigeordnete von der SPD nachgedacht, die das dann aber doch nicht wollte. Da gab es einen Antrag der Freien Wähler im Kreistag, den die SPD-Landratskandidatin mit dem Bürgermeisterkandidaten von Pro Arnstadt ausgekaspert hatte und der dann wegen der Kälte (nicht der politischen) nicht abgestimmt wurde. Und da gab es das Ansinnen, dem hauptamtlichen Beigeordneten eine Ausschreibung zu ersparen &#8211; und ihn damit unabhängig vom Ausgang der Bürgermeisterwahl eine Perspektive zu sichern. Auch das ging am Ende schief. Man hätte Ulrich Böttcher diese Niederlage ersparen müssen &#8211; und können.<br />
<span id="more-2249"></span><br />
21 Stadträte hätten im Arnstädter Stadtrat dafür stimmen müssen, dass auf eine Ausschreibung für die Stelle des Ersten Beigeordneten verzichtet wird. Es stand also nicht direkt die  Wiederwahl des Amtsinhabers Ulrich Böttcher (FDP)  an, aber eine Vorentscheidung. Wäre der Antrag angenommen worden, hätte für die Zeit nach dem 30. September nur noch er zur Wahl gestanden.  Das wäre, bei der allgemeinen Zufriedenheit mit der Arbeit Böttchers im Stadtrat, dann wirklich eine Formsache geworden. Und als Formsache schien zunächst auch dieser Antrag gedacht: Wenn schon keiner weiß, wer im April  Bürgermeister wird, soll wenigstens Klarheit über den zweiten Mann herrschen. Ein hehres Anliegen des scheidenden Bürgermeisters, der damit ein funktionierendes Haus hinterlassen würde, so könnte man wohlwollend meinen.</p>
<p>Doch für den Verzicht auf eine Ausschreibung braucht man eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Dass sie wackeln könnte, war schon vor der Stadtratssitzung klar. Denn die Fraktion der &#8220;Linken&#8221;, die immerhin über 7 der 30 Mandate verfügt, hatte vorher angekündigt, einen Antrag auf Verschiebung der Abstimmung bis nach der Bürgermeisterwahl zu stellen. Und wenn der nicht durchkäme, wollten sie dagegen stimmen, dass auf die Ausschreibung verzichtet wird.</p>
<p>Öffentlich betonte Linken-Fraktionschef, dass er sich bei seinen Überlegungen vor allem von der Sorge um den Beigeordneten leiten ließe: &#8221;Wenn dieser Antrag nicht durchkommt, würde das für Herrn Böttcher demotivierend wirken&#8221;, gab Kuschel zu bedenken, bevor die Stadträte zur Urne schritten. Andere sprachen von der &#8220;Gefahr einer Beschädigung&#8221;. Es war schwer auseinanderzuhalten, was davon ernst gemeint war &#8211; und was nur scheinheilig.</p>
<p>Es stand damit mehr auf dem Spiel als nur die Frage, ob man ein Amt ausschreibt oder nicht. Es ging am auch um die Reputation von Ulrich Böttcher, der wegen der anhaltenden gesundheitlichen Probleme Hans-Christian Köllmers praktisch als Bürgermeister fungiert. Alle versicherten öffentlich, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein. Aber geheime Abstimmungen haben eine eigene Dynamik. Und keiner wusste genau, wer vielleicht noch eine Rechnung offen haben könnte mit dem Mann, der seit Jahren so viele Entscheidungen gerade im Bauamt zu verantworten hatte.</p>
<p>Und es gab noch einen anderen Aspekt, der bei der Abstimmung eine wichtige Rolle spielte: Der Antrag kam vom jetzigen Bürgermeister, aber sein Nachfolger muss mit dem Ergebnis leben. Der Verzicht auf eine Ausschreibung sollte Kontinuität für das Rathaus signalisieren, die Hans-Christian Köllmer aber nur in einem Fall wirklich gewährleisten kann: Wenn sein Wunsch-Nachfolger Georg Bräutigam ihn im Amt beerbt. Die anderen Kandidaten müssen auf größtmögliche Spielräume nach der Wahl aus sein, auch beim Personal.</p>
<p>Jedes neue Stadtoberhaupt dürfte sicher froh sein, wenn er einen erfahrenen und loyalen Mann an seiner Seite hätte, einen Mann wie Ulrich Böttcher. Doch der scheidende Bürgermeister hat diesem integeren Menschen durch seinen Antrag den Ruf verpasst, zum &#8220;System Köllmer&#8221; dazuzugehören. Das gab wohl den Ausschlag.</p>
<p>Es stimmten nur 18 Stadträte dafür, auf die Ausschreibung zu verzichten, neun waren dagegen, drei enthielten sich. Der Antrag war gescheitert.</p>
<p>Vielleicht ist die Beschädigung Ulrich Böttchers nicht ganz so groß wie vor und nach der Abstimmung  von einigen beschworen. Aber diese Personaldebatte hat Schaden angerichtet. Und sie hat niemandem genutzt.</p>
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		<title>Unvergessliche Ereignisse</title>
		<link>http://blog-arnscht.de/2012/02/unvergessliche-ereignisse/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 21:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arnstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Autobahn A 71]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich kürzlich einen Beitrag über die Zunahme des Verkehrs auf der Autobahn A 71 schreiben wollte, erinnerte ich mich an einem Freitagabend im Dezember 1998, als ich dort ganz allein unterwegs war. Die Freigabe des ersten Teilstücks dieser neuen Trasse sollte erst am Sonnabend am Vormittag erfolgen. Aber ich wollte es unbedingt vorher schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich kürzlich einen Beitrag über die Zunahme des Verkehrs auf der Autobahn A 71 schreiben wollte, erinnerte ich mich an einem Freitagabend im Dezember 1998, als ich dort ganz allein unterwegs war. Die Freigabe des ersten Teilstücks dieser neuen Trasse sollte erst am Sonnabend am Vormittag erfolgen. Aber ich wollte es unbedingt vorher schon ausprobieren: Auf einer Autobahn von Erfurt nach Arnstadt, das war schon eine kleine Sensation. Und so habe ich eben in Bindersleben die Sperren ignoriert und bin über das Erfurter Kreuz nach Arnstadt Nord gefahren. Niemand außer mir war sonst auf der Piste.<br />
<span id="more-2216"></span><br />
Dass es ein Freitag war, weiß ich deshalb noch so genau, weil  am nächsten Tag ein SPD-Landesparteitag in Günthersleben-Wechmar stattfand, von dem ich berichten durfte. Danach fuhr ich noch ein Stück über die nun offene Autobahn, obwohl es ein Umweg war. Aber wie lautete das Datum?</p>
<p>Eine ganze Zeit lang war die Autobahn nur bis zur provisorischen Anschlusstelle Traßdorf zu benutzen.  Nach drei Jahren kam zwar das Stück bis nach Ilmenau hinzu, aber es dauerte noch bis 2005, ehe man wirklich von Erfurt nach Schweinfurt durchfahren konnte – und damit der Anschluss im Norden und Süden an eine andere Autobahn gegeben war. Wann das genau passiert ist, ich weiß es nicht mehr.  Nicht das Datum, nicht den Wochentag. Und die Uhrzeit oder die Namen der banddurchschneidenden Politiker schon gar nicht.</p>
<p>Dazwischen gab es die Sache mit dem Rennsteigtunnel, den man durchlaufen konnte, ehe er frei gegeben wurde. Es war ein Volksfest, dem auch ich damals für mich das Attribut &#8220;unvergesslich&#8221; anheftete. Wann das war? Ich habe es vergessen.</p>
<p>Solche Daten findet man auch bei Wikipedia nicht oder auf den vielen Seiten, die den Autobahnbau am Anfang dokumentiert haben. Da stehen Jahreszahlen, manchmal noch Monate. Aber Datumsangaben? Es scheint, als wäre es mit solchen Dingen wie mit Weihnachten: Vorher fiebert man den Geschenken entgegen, aber wenn sie da sind, werden sie unwichtig. Normal eben. Deshalb war es eine kluge Entscheidung, Weihnachten auf den 24. Dezember zu legen. Da kann man wenigstens das Geschenk-Datum nicht vergessen.</p>
<p>Ich habe überlegt, ob man die Eröffnungstermine der einzelnen Bauabschnitte der A 71 dokumentieren sollte. Ganz akribisch, mit Uhrzeit und Teilnehmern. Man müsste ja nur mal richtig rumfragen und recherchieren, so lange ist das ja noch nicht her.  Aber dann bin ich von dem Gedanken doch wieder abgekommen: Wahrscheinlich interessiert es einfach keinen mehr. Ich will ja auch nicht wissen, an welchem Wochentag die Eisenbahnstrecke Arnstadt-Ilmenau eingeweiht wurde. Hauptsache die Brücke bei Angelroda trägt sie noch.</p>
<p>Wir erinnern uns  an den 11. September und den 9. November. Aber was werden unsere Kinder später noch mit diesen Daten verbinden oder deren Kinder? Und es gibt so viele Ereignisse, von denen wir glaubten, sie würden sich fest ins Gedächtnis einbrennen. Manchen ist es gelungen. Aber von den meisten blieb nur ein Gefühl, wie es uns damals ergangen ist. Und wahrscheinlich ist das auch das Wichtigste: etwas zu verarbeiten, um es für immer zu behalten.</p>
<p>Übrigens war ich an diesem Freitagabend im Dezember 1998 auf der A 71 dann doch nicht so ganz allein. Zwei Polizeiautos mit Blaulicht leisteten mir hinter dem Erfurter Kreuz  Gesellschaft, schließlich war die Trasse noch gar nicht freigegeben. Und so endete meine erste Fahrt auf dieser Autobahn mit einer Polizei-Eskorte an der Abfahrt  Arnstadt-Nord. Ohne Bußgeld übrigens. Es war eben wirklich eine besondere Fahrt.</p>
<p>Und ich werde sie bestimmt nie vergessen.</p>
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		<title>Wenn der MDR weg ist</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 17:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arnstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[MDR]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ARD geht derzeit in die Offensive. Programmmäßig mit einem in die Jahre gekommenen Lockenkopf,  technisch mit der Komplettumstellung auf digitalen Fernsehempfang. Über die Probleme bei Gottschalk ist öffentlich genug zu lesen, über die mit dem Digitalprogramm leider nicht. Dabei lässt die ARD dabei gerade ihre treueste Zuschauergruppe ins Messer laufen: Die weniger technikaffinen Rentner. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/wenn-der-mdr-weg-ist/img_3453/" rel="attachment wp-att-2194"><img class="alignleft size-medium wp-image-2194" title="IMG_3453" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_3453-150x106.jpg" alt="" width="150" height="106" /></a>Die ARD geht derzeit in die Offensive. Programmmäßig mit einem in die Jahre gekommenen Lockenkopf,  technisch mit der Komplettumstellung auf digitalen Fernsehempfang. Über die Probleme bei Gottschalk ist öffentlich genug zu lesen, über die mit dem Digitalprogramm leider nicht. Dabei lässt die ARD dabei gerade ihre treueste Zuschauergruppe ins Messer laufen: Die weniger technikaffinen Rentner.<br />
<span id="more-2193"></span><br />
&#8220;Der MDR ist schon wieder weg&#8221;, sagt meine Mutter. Sie ist 92 und eine rüstige Frau &#8211; und sie schaut im Fernsehen gern ihren Heimatsender. Der hat ihr vor einigen Wochen offenbar eindringlich klar gemacht, dass sie für den Sender jetzt außer der Reihe bezahlen muss. GEZ reicht nicht, als Satelliten-Konsument muss ein Digital-Receiver angeschafft werden, damit Florian Silbereisen auch künftig in die Wohnstube kommt. Die Spots dazu sind fast so düster wie damals jene mit den Raubkopierern.  Wer nicht ganz schnell handelt, bei dem ist ab Mai der Bildschirm duster. Schrecklicher Gedanke für meine Mutter.</p>
<p>&#8220;Junge, wir brauchen auch so ein Digitaldingens&#8221;, sagt sie ziemlich bestimmt. Was heißt, ich soll ihr eins beschaffen. Der Pflichtenkatalog war einfach: Es sollte möglichst alles beim Alten bleiben. Die Fernbedienung mit ähnlichen Knöpfen, die Programme auf der gleichen Nummer &#8211; und nur kein Stress. HD, Videotext, EPG, alles kein Thema. Beim Anschalten MDR auf der Nummer 6, der bayrische noch für die Gymnastik und ARD für die Tagesschau.  Klare Ansagen. Das müsste schnell zu machen sein, dachte ich.</p>
<p>Das erste Problem: Solche Kriterien sind Herstellern von Hardware weitgehend fremd. Geräte vom Kunden her zu denken, ist noch nicht sehr weit verbreitet.  Und so wird zwar munter mit allen möglichen technischen Raffinessen geprahlt, aber dass man viele von ihnen erst auf der 4. Unterebene des 3. Hauptmenüs  findet, erfährt man erst nach dem Kauf. Denn es ist selbst im gut sortierten Fachhandel kaum üblich, einen Sat-Receiver auszuprobieren. Und selbst, wenn man es könnte &#8211; wie er mit dem jeweiligen Fernseher harmoniert, weiß man dann noch immer nicht.</p>
<p>Die Folge ist ein bisher wenig untersuchtes Phänomen: Die meisten Menschen sehen das Fernseh-Programm gar nicht so, wie es eigentlich gemeint ist. Allein die Anpassung der Formateinstellungen zwischen Automatik, 16:9 und 4:3 von Fernseher und Receiver ist meist so kompliziert, dass viele Leute davor kapitulieren und lieber ein verzerrtes Bild in Kauf nehmen.  Viele Zuschauer wären wohl erschrocken, würden sie ihre Lieblinge mal im Original sehen. Wir nehmen die Fernsehwelt als Zerrbild wahr, sogar im Wortsinn.</p>
<p>Doch diese Hürde nahm ich noch. Es sollte ja nur einer sein, der dam alten recht ähnlich war, aber digital eben. Ich hatte ja keine Ahnung, dass das längst nicht reicht. Weil ich das PMT-Problem noch nicht kannte.</p>
<p>Ich kaufte also und  schloss das Teil an. Auf Progamm-Nummer 6 kam nun nicht mehr &#8220;MDR&#8221;, sondern &#8220;MDR Thüringen&#8221;. Damit sei nun sogar der Empfang des &#8220;Thüringen-Journals&#8221; um 19 Uhr möglich, erklärte ich meiner Mutter. Bisher hatte es  analog-bedingt,  um diese Zeit nur die &#8220;Länderzeit&#8221; gegeben, eine Art &#8220;Best Of Mitteldeutschland&#8221;. Aber jetzt, im digitalen Zeitalter, würde sich das ändern, sagte ich. Viel mehr Thüringen ab sofort im Fernsehen. Und ich hatte tatsächlich diese Hoffnung.</p>
<p>&#8220;Die reden aber nur von Sachsen-Anhalt&#8221;, sagte meine Mutter am folgenden Tag um 19.10 Uhr. Und tatsächlich, es war nichts von &#8220;Thüringen-Journal&#8221; zu sehen. Ich zappte hilflos ein wenig hin und her. Und da war es plötzlich. Daniel Baumbach, der bekannte Hans Dampf in allen Thüringer MDR-Gassen, lächelte uns aus dem Fernseher an. Siehste, sagte ich zu meiner Mutter, hat sich doch gelohnt. Jetzt erfährst Du viel mehr über Thüringen.</p>
<p>&#8220;Der MDR ist aber wieder weg&#8221; sagte sie traurig gegen 19.40 Uhr. Und tatsächlich, der Bildschirm war wie eingefroren, ein Standbild. &#8220;Ich weiß aber, was ich machen muss&#8221;, sagte meine Mutter,  &#8221;einfach um 19 Uhr nicht vor- und zurückschalten. Dann konnt zwar nur was aus Magdeburg, aber hinterher geht es wenigstens weiter&#8221;.</p>
<p>So ist meine Mutter zwar im digitalen Zeitalter angekommen, aber auch in Sachsen-Anhalt. Von Thüringen bekommt sie  nichts mehr mit, aber das digital.</p>
<p>Mittlerweile habe ich mich schlau gemacht, was dahinter steckt. Es ist die Unfähigkeit der ARD-Anstalten, mit den Herstellern von Sat-Receivern vor der Digitalumstellung einen gemeinsamen und praktikablen Standard für die Umschaltung auf verschiedene Regionalprogramme eines Senders verbindlich zu vereinbaren. MDR, NDR und andere bieten softwareseitig dazu ein System namens &#8220;dynamisches <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Program_Map_Table" target="_blank">PMT (Program Map Table)&#8221;</a> an, aber das können eben nicht alle Receiver verarbeiten. Ohne dieses Umschaltungs-Signal läuft beim MDR eben um 19 Uhr &#8220;Sachsen-Anhalt heute&#8221;. Und wenn man es schafft, doch das Thüringen-Journal durch Hin- und Herschalten einzustellen, schaltet es hinterher ohne PMT-Kompatibilität nicht wieder automatisch auf den Hauptsender zurück. Man muss &#8211; teilweise mehrfach &#8211; den Kanal erneut ansteuern, um das zu korrigieren. Zuschauerfreundlichkeit sieht anders aus. Und ich habe bei der Recherche auch gemerkt, dass ich <a title="Google-Suche nach PMT-Problemen" href="http://www.google.de/search?aq=f&amp;sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8&amp;q=sattellitenreceiver#hl=de&amp;sa=X&amp;ei=O_c3T8-COIjGtAaE76HIDA&amp;ved=0CCgQBSgA&amp;q=satelliten+receiver+Pmt+Problem+Umschaltung&amp;spell=1&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=e5624b7b795322de&amp;biw=1280&amp;bih=937" target="_blank">keinesfalls der Einzige bin, der solche Probleme hat</a>.</p>
<p>Niemand sagt einem vor dem Kauf, dass die PMT-Tauglichkeit ein wichtiges Kriterium für einen Sat-Receiver ist &#8211; zumindest, wenn man solche Regionalsendungen gucken will. Auch  der MDR sagt einem das nicht. Ich habe jedenfalls nirgendwo einen Hinweis darauf gefunden. Nur in Antworten in Hilfeforen wird den Betroffenen nahegelegt, sie sollen es mal mit einem Firmware-Update probieren. Das Gesicht meiner Mutter möchte ich sehen, wenn ich ihr nahelege, das zu machen.</p>
<p>Aber vielleicht ist dem Sender auch gar nicht so wichtig, dass seine Regionalprogramme gesehen werden.  Die GEZ fließt ja sowieso.</p>
<p>Und zumindest meine Mutter findet jetzt, dass sowieso in Magdeburg mehr los ist als in Erfurt.</p>
<p>Ich habe übrigens bei der MDR- Technikredaktion angefragt, ob Sie mir eine Liste PMT-fähiger Sat-Receiver zur Verfügung stellen könnte, um bei künftigen Käufen nicht wieder auf die Nase zu fallen. Auf die Antwort bin ich gespannt, ich werde sie hier veröffentlichen.</p>
<p><strong><em>Nachtrag am 14. Februar 2011:</em></strong></p>
<p>heute hat mir der MDR geantwortet. Hier der Wortlaut. Er ist selbsterklärend. Zur Erinnerung: ich hatte nach einer Liste von Receivern gefragt, die mit der dynamischen Programmumschaltung  klarkommen.</p>
<p><span style="color: #993300;">Sehr geehrter Herr Pfeiffer,</span><br />
<span style="color: #993300;">solche Probleme, wie Sie beschrieben haben, sind immer auf eine schlecht programmierte Gerätesoftware zurückzuführen. Der Umschaltvorgang ist eine standardisierte Funktionalität, die auch so in der Software integriert sein muss. In der Regel unterstützen die Receiver alle die sogenannte dynamische PMT-Umschaltung, manche jedoch nicht einwandfrei. Meist kann man auch nicht in den Datenblättern eine Angabe dazu finden, da es sich ja um eine standardisierte Funktionalität handelt.</span><br />
<span style="color: #993300;">Bitte prüfen Sie, ob für den Receiver eine neue Firmwareversion vorliegt und spielen diese ein.</span></p>
<p><span style="color: #993300;">Vielleicht ist damit das Problem behoben. Da ein Mangel des Gerätes vorliegt bleibt Ihnen sonst nur noch, das Gerät zu tauschen.</span><br />
<span style="color: #993300;"><br />
</span><span style="color: #993300;">Mit freundlichen Grüßen aus dem Funkhaus in Leipzig</span><br />
<span style="color: #993300;">______________________________</span><wbr><span style="color: #993300;">__</span></p>
<p></wbr></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ortsverbot von Asterix</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 19:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermeisterwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindereform]]></category>

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		<description><![CDATA[Von kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Arnstadt und Erfurt weiß die Geschichtsschreibung einiges zu berichten. In jüngerer Vergangenheit zofften sich die Arnstädter mit Ilmenau, zum Beispiel um Kreissitz oder Autokennzeichen. Nun aber ist ein neuer Kampfplatz entstanden. Der Gegner ist kleiner als Arnstadt, aber reich &#8211; und einfallsreich. Gekämpft wird zwar nur verbal, aber sehr persönlich. Eigentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/ortsverbot-von-asterix/uwe-moller/" rel="attachment wp-att-2179"><img class="alignleft size-medium wp-image-2179" title="Georg Bräutigam (links), Uwe Möller" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/Uwe-Möller-150x104.jpg" alt="Georg Bräutigam (links), Uwe Möller" width="150" height="104" /></a>Von kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Arnstadt und Erfurt weiß die Geschichtsschreibung einiges zu berichten. In jüngerer Vergangenheit zofften sich die Arnstädter mit Ilmenau, zum Beispiel um Kreissitz oder Autokennzeichen. Nun aber ist ein neuer Kampfplatz entstanden. Der Gegner ist kleiner als Arnstadt, aber reich &#8211; und einfallsreich. Gekämpft wird zwar nur verbal, aber sehr persönlich.<br />
<span id="more-2178"></span><br />
Eigentlich ist Georg Bräutigam, Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat von „Pro Arnstadt“, mit Ichtershausen eng verbunden. Er hat dort früher mal eine Gaststätte betrieben und kennt deshalb viele Ichtershäuser persönlich, auch CDU-Bürgermeister Uwe Möller. Von dessen Vater haben die Bräutigams sogar ein Pferd gekauft, das ist, so wissen Pferde-Freunde, Vertrauenssache.</p>
<p>In der vergangenen Woche zur Kreistagssitzung allerdings gab ihm Uwe Möller nicht einmal die Hand. Und der Ichtershäuser Bürgermeister spricht in diesen Tagen öffentlich davon, dass man Bräutigam eigentlich Ortsverbot erteilen müsste. Denn was der jetzt so treibe, sei nun wirklich „die Höhe“.</p>
<p>Anlass für die Auseinandersetzung ist ein Antrag, den die „Freien Wähler“ in den Kreistag eingebracht haben, <a title="Ein ausgefallener Antrag" href="http://blog-arnscht.de/2012/02/ein-ausgefallener-antrag/">der aber in der vergangenen Woche wegen der Kälte im Saal gar nicht mehr behandelt wurde</a>. Er stammt von Georg Bräutigam (Pro Arnstadt) und Eleonore Mühlbauer (SPD), schon diese Konstellation hatte vorher für einige Aufregung gesorgt. Aber den Ichtershäusern stieß vor allem der Inhalt sauer auf: Der Kreistag sollte sich zu einer Stärkung des Zentrums Arnstadt bekennen – und die geplante Fusion von Ichtershausen und der Wachsenburggemeinde ablehnen.</p>
<p>„Mich stört, dass im Kreistag Sachen behandelt werden, die den Kreistag nichts angehen“, sagt Möller. „Und dazu soll es sogar einen Beschluss geben.“</p>
<p>Klar ist: Wenn der Beschluss so gefasst würde, sähe es schlecht aus für die Fusion im Norden Arnstadts. Gegen ein Votum des Kreistags könnte das Land kaum dem Antrag aus Ichtershausen und Holzhausen zustimmen. Denn die beiden Gemeinden haben zwar ein positives Bürgervotum für ihren Zusammenschluss, aber Arnstadt hat auch eines dagegen. Und da könnte der Kreistagsbeschluss den Ausschlag geben, um den Plan zu Fall zu bringen.</p>
<p>Georg Bräutigam sieht die Reaktion aus Ichtershausen eher belustigt. „Ich habe schon mal überlegt, wie ich Ichtershausen umfahren kann“, sagt er zu dem angedrohten Ortsverbot und setzt sogar noch einen drauf: „Die Bürgermeister aus Ichtershausen und der Wachsenburggemeinde sollen sich doch nicht gebärden wie Asterix und Obelix, denn wir sind nicht die Römer“.</p>
<p>Aus Arnstädter Sicht ist unschön, was sich im Norden abspielt. Mit Ichtershausen, der Wachsenburggemeinde und Teilen des „Riechheimer Berges“ könnte dort ein weiteres Mittelzentrum entstehen, das im Gegensatz zu Arnstadt auch noch Geld hat. „Wir müssen die Eingemeindung von Plaue, Gossel und Teilen des Wipfratals schultern, deren Finanzlage wenig rosig ist. Aber der finanzstarke Partner im Norden verweigert sich“, sagt Bräutigam, „da vermisse ich die gemeinsame Verantwortung für die Region“. Uwe Möller hält dem entgegen, dass eine Eingemeindung bisher nie auf der Tagesordnung stand. Er sei auch grundsätzlich nicht dagegen, aber jetzt eben nicht. Jetzt ginge es zunächst darum, eine starke Gemeinde „Amt Wachsenburg“ zu gründen, auch wenn das manchem nicht passe. „Aller reden über, aber kaum einer mit uns. Da ist kein Wunder, wenn wir etwas pikiert reagieren.“</p>
<p>Allerdings kann er die Aufregung in Arnstadt zum Teil sogar verstehen, denn es ist Wahlkampf. Der laufe offenbar nach dem Motto: „Wer den Skalp von Ichtershausen bringt, wird neuer Bürgermeister“, sagt Möller. „Aber da machen wir nicht mit, wir haben keine Wahl.“</p>
<p>Deshalb sieht er das mit dem Ortsverbot für Bräutigam dann doch nicht so verbissen. Auf die Frage, was passiert, wenn der Arnstädter nach Ichtershausen kommt, sagt Möller trocken: „Na gar nichts. Wir sind doch erwachsene Menschen.“</p>
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		<title>Der Tag der großen Sprünge</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 20:30:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Hochsprung mit Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Einmal im Jahr wird Arnstadt verrückt. Hochsprung-verrückt. Die Sportart, die sonst in der Gegend kaum eine Rolle spielt, dominiert plötzlich das öffentliche Leben.  Das Ganze wirkt ein wenig wie eine Ski-WM in der Lüneburger Heide oder ein nachdenklicher Redebeitrag  im Arnstädter Stadtrat: Man hat irgendwie das Gefühl, das gehört da nicht hin. Aber es gehört [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/02/der-tag-der-grosen-sprunge/img_3545/" rel="attachment wp-att-2163"><img class="alignleft size-medium wp-image-2163" title="Hubertus Triebel bei &quot;seinem&quot; Meeting" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_3545-135x150.jpg" alt="Hubertus Triebel bei &quot;seinem&quot; Meeting" width="135" height="150" /></a>Einmal im Jahr wird Arnstadt verrückt. Hochsprung-verrückt. Die Sportart, die sonst in der Gegend kaum eine Rolle spielt, dominiert plötzlich das öffentliche Leben.  Das Ganze wirkt ein wenig wie eine Ski-WM in der Lüneburger Heide oder ein nachdenklicher Redebeitrag  im Arnstädter Stadtrat: Man hat irgendwie das Gefühl, das gehört da nicht hin. Aber es gehört dahin und die meisten Arnstädter sind froh, etwas zu haben,  das über die Provinz hinaus von Bedeutung ist. In diesem Jahr schon zum 36. Mal.<br />
<span id="more-2162"></span><br />
„Alida, machen wir noch weiter?“ wurde am Sonnabendabend von der Bühne der Arnstädter Stadthalle in den Saal gefragt. Man konnte nicht genau erkennen, ob die so Gefragte nickte. Hinterher wurde behauptet, sie habe sogar mit dem Kopf geschüttelt. Aber das ist am Ende auch egal.  Schließlich heißt die Dame mit Nachnamen Triebel und ist die Ehefrau der Seele des Arnstädter „Hochsprungs mit Musik“. Hubertus Triebel wurde zwar im vergangenen Jahr schon 75, aber ohne ihn geht es wohl nicht.</p>
<p>Und auch nicht ohne den, der ihm auf der Bühne die Frage nach dem Weitermachen gestellt hatte: Günter Eisinger, der Manager im Hintergrund. Er trainiert und vermittelt nicht nur die gebürtige Thüringerin Ariane Friedrich, sondern ist maßgeblich daran beteiligt, dass auch in diesem Jahr wieder ein Großteil der Hochsprung-Weltelite in Arnstadt auf der Matte stand – oder lag.</p>
<p>Denn auch das ist es, was die Faszination einer solchen Veranstaltung ausmacht: Man sieht die Athleten nicht nur ein paar Minuten während ihrer Sprünge, sondern die ganze Zeit. Sie sind praktisch den ganzen Wettkampf über in der Mitte der Halle – und lassen sich beim Musikhören, Aufwärmen, Freuen und Ärgern zusehen.</p>
<p>Es sieht aus, als würde eine große Familie zu einem Treffen zusammenkommen. Man redet, fachsimpelt und scherzt miteinander. Man freut sich auch über die Erfolge der anderen und tröstet sie, wenn es nicht so gut läuft. Als Ariane Friedrich als erste im starken Frauenfeld ausschied und die Tränen nicht halten konnte, nahm sie Deutschlands derzeit bester Hochspringer Raul Spank in den Arm.</p>
<p>Solche Szenen erinnern daran, wie es angefangen hat bei „Hochsprung mit Musik“. Ein wirklich familiäres Meeting, zu dem die Sportler gern kamen, weil man seine Musik selbst mitbringen konnte, die Bedingungen so gut waren und das Publikum so besonders mitging.</p>
<p>Das ist alles zum großen Teil auch heute noch so, aber die Zeiten sind schwieriger geworden. Es geht – mehr als früher – auch um Geld. Großverdiener kann man nicht werden in der „Randsportart Hochsprung“, die zumindest vom Massenmedium Fernsehen noch immer als solche behandelt wird. Nur wer, auf welche Art auch immer, von den großen Anstalten reichlich Sendezeit eingeräumt bekommt, hat die Chance, aus der Nische herauszukommen. Wie das geht, wurde beim Biathlon sichtbar. Nur ist Hochsprung eben nicht Biathlon. Aber der Trainingsaufwand ist auch dabei so hoch, dass man kaum einen richtigen Beruf ausüben und nebenbei noch Weltmeister werden kann.</p>
<p>Deshalb spielen Antrittsprämien und Preisgelder eine große Rolle. Und es erscheint wie ein Wunder, dass es trotzdem fast immer gelingt, ein so hochklassiges Starterfeld nach Arnstadt zu holen. Auch in diesem Jahr war es nur so gespickt mit Weltmeistern, Olympiasiegern. und Inhabern von Rekorden.</p>
<p>Der Start der Belgierin Tia Hellebaud, der Olympiasiegerin von Peking, hatte sogar belgische Journalisten nach Arnstadt gelockt. Frank van Roost, Sportberichterstatter einer belgischen Zeitung, zeigte sich begeistert. „Dass Frauen und Männer nicht getrennt, sondern abwechselnd in einem Wettkampf springen, habe ich noch nie erlebt, das ist eine prima Idee“, sagte er, „und das Publikum ist fantastisch“. Vom Arnstädter Meeting hatte er vorher noch nie gehört – obwohl es bei der Fach-Wertung regelmäßig als eines der besten weltweit eingestuft wird.</p>
<p>Das dürfte auch in diesem Jahr wieder so sein, besonders wegen des starken Frauen-Feldes und der herausragenden Leistung von Anna Tschitscherowa aus Russland. Dass sie nach ihren vielumjubelten 2,06 Metern darauf verzichtete, den Arnstädter Hallenweltrekord von Kajsa Bergquist auch noch infrage zu stellen, kann man ihr nicht übelnehmen. Es war ein langer Wettkampf. Und es gibt Meetings, bei denen das Preisgeld für Weltrekorde höher ausfällt als in Arnstadt.</p>
<p>Auch der Hochsprung hat im Laufe der Zeit etwas von seiner Unschuld verloren. Doch das Arnstädter Meeting kämpft tapfer dagegen an – mit Hubertus Triebel an der Spitze. Auch beim nächsten Mal.</p>
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		<title>Ein ausgefallener Antrag</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 21:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor zwei Wochen gab es hier im Blog einen Beitrag über Gerüchte, die in der Arnstädter Kommunalpolitik herumwaberten. Das Echo darauf war enorm, wenn auch nicht offiziell. Nur ein hoffnungsvoller Jungjurist traute sich gleich aus der Deckung und salbte mich ob des Textes zum &#8220;Hofberichterstatter&#8221; des &#8220;Lokal-Sonnenkönigs Hans Christian Köllmer&#8221;. Nun ist es, zugegeben, nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/01/neue-allianzen/img_2308-1/" rel="attachment wp-att-2118"><img class="alignleft size-medium wp-image-2118" title="Neideckturm und Landratsamt in Arnstadt " src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/01/IMG_2308-1-146x150.jpg" alt="Neideckturm und Landratsamt in Arnstadt" width="146" height="150" /></a>Vor zwei Wochen gab es hier im Blog einen Beitrag über <a title="Neue Allianzen" href="http://blog-arnscht.de/2012/01/neue-allianzen/">Gerüchte, die in der Arnstädter Kommunalpolitik</a> herumwaberten. Das Echo darauf war enorm, wenn auch nicht offiziell. <a title="SPD-Stadtrat Stephan Kunze hat mein Beitrag wohl nicht so recht gefallen" href="http://www.stephan-kunze.de/2012/01/17/betrachtungen-eines-kommunalpolitischen/" target="_blank">Nur ein hoffnungsvoller Jungjurist traute sich gleich aus der Deckung und salbte mich ob des Textes zum &#8220;Hofberichterstatter&#8221; des &#8220;Lokal-Sonnenkönigs Hans Christian Köllmer&#8221;</a>. Nun ist es, zugegeben, nicht immer ganz fair, solche Gerüchte, die einem Journalisten natürlich mit Bedacht erzählt werden, einfach öffentlich auszuplaudern. Es könnte ja sein, dass gar nichts dran ist. Deshalb schauen wir doch mal, was seitdem so passierte.</p>
<p><span id="more-2140"></span>Es gab schon öfter ausgefallene Anträge im Kreistag des Ilmkreises.  Aber so ausgefallen wie diesmal ist wohl noch kaum einer: Ehe das Papier  für die &#8220;Stärkung der Zentren&#8221;  der Fraktion der &#8220;Freien Wähler&#8221; heute überhaupt behandelt werden konnte, suchten die Kreistagsmitglieder fluchtartig das Weite. Der Landrat hatte selbst die Auflösung der Sitzung beantragt, wegen &#8220;technischer Kälte&#8221;. Auf deutsch: Man fror sich den Arsch ab in der Arnstädter Stadthalle. So wurde flugs noch der Haushalt verabschiedet und dann über die Vertagung der  restlichen Punkte auf die nächste Sitzung abgestimmt. Eine große Mehrheit war dafür. Nur der Ichtershäuser Bürgermeister Uwe Möller (CDU) stimmte als einer der wenigen dagegen.</p>
<p>Möller hätte wohl gern noch über den Antrag der Freien Wähler diskutiert, denn er betraf  ihn ziemlich direkt. Im Antrag wurde der Kreistag aufgefordert, sich für die Eingemeindung unter anderem von Ichtershausen nach Arnstadt einzusetzen. Das ging eindeutig gegen Möller, der  gerade dabei ist, die Fusion mit der Wachsenburggemeinde auf die Zielgerade zu bringen. Und es wäre spannend gewesen, die Debatte über diesen Antrag im Kreistag zu verfolgen. Denn dort sitzen viele Bürgermeister großer und kleiner Gemeinden. Ein solches öffentliches Forum für eine Gebietsreform-Debatte wäre beispiellos in der Region gewesen.</p>
<p>Eingefädelt hatten den Antrag für den Kreistag zwei Arnstädter. Georg Bräutigam (Bürgermeisterkandidat von Pro Arnstadt) und Eleonore Mühlbauer (Landratskandidatin der SPD) machen mittlerweile keinen Hehl mehr daraus, das sie diese doch recht überraschende  Zweckpartnerschaft eingegangen sind, der mich vor zwei Wochen  zu der Überschrift <a title="Zum damaligen Beitrag" href="http://blog-arnscht.de/2012/01/neue-allianzen/" target="_blank">&#8220;Neue Allianzen&#8221;</a>  verführte. Und auch die anderen kolportierten Gerüchte haben sich überwiegend als wahr herausgestellt.</p>
<p>So gab es in der Stadtratsfraktion der SPD eine längere Debatte darüber, wie man mit dem Angebot der Stadtverwaltung umgehen soll, die jetzige Fraktionsvorsitzende Martina Lang in der nächsten Stadtratssitzung zur ehrenamtlichen Beigeordneten zu wählen. Dass es das Ansinnen gab, räumt Frau Lang offen ein, allerdings teilte sie der Stadt nach der Fraktionssitzung mit, dass sie den Posten gern annehmen würde, aber nicht mehr vor der Bürgermeisterwahl. Auch Christian Hühn, der SPD-Bewerber für diesen Posten, hatte sich für die Ablehnung ausgesprochen. Denn er hätte im Falle der Annahme wohl den Fraktionsvorsitz übernehmen müssen &#8211; und hat gegenwärtig schon genug damit zu tun, seinen Anhängern zu erklären, warum die SPD-Landratskandidatin im Kreistag mit einem seiner Konkurrenten gemeinsame Sache macht.</p>
<p>Was allerdings nicht stimmte an den Gerüchten über die mögliche Beigeordnete Martina Lang, war die sachliche Begründung für die Eile ihrer Wahl. Der jetzige ehrenamtliche Beigeordnete Horst Höhne fiel aus allen Wolken, als er in der Zeitung las, er habe gesundheitliche Probleme. Dass er sich im Frühjahr einem längeren Krankenhausaufenthalt unterziehen müsse, war ihm jedenfalls neu.</p>
<p>Nur zum Teil richtig war auch die Sache mit der Bestätigung des hauptamtlichen Beigeordneten Ulrich Böttcher noch vor  der  Wahl, um einem künftigen Bürgermeister seinen Rauswurf zu erschweren. Doch die Richtung stimmte auch. In der kommenden Stadtratssitzung soll zumindest darüber abgestimmt werden, ob man bei der Wahl des Beigeordneten NACH der des Bürgermeisters auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet.  Wenn dieser Antrag mit Zwei-Drittel-Mehrheit durchgeht, würde das die Chance von Ulrich Böttcher auf eine Wiederwahl deutlich erhöhen.</p>
<p>Das man mit Gerüchten vorsichtig umgehen muss, zeigt auch eine aktuelle Äußerung des Bürgermeisterkandidaten Frank Kuschel (Linke). Der behauptete in einer öffentlichen Fraktionssitzung steif und fest, Böttchers Amtszeit ende erst 2013, Eile sei also gar nicht nötig. Und ich ging dem sonst immer sachlich korrekt agierenden Kommunalrechtsexperten auf den Leim und schrieb es ohne Nachfrage bei der Verwaltung  in die Zeitung. Wie peinlich. Hätte man wissen müssen. Hauptamtliche Beigeordnete werden  nach dem Bürgermeister gewählt. Die Amtszeit endet am 30. September 2012.</p>
<p>In Wahlkampfzeiten kann man wirklich nicht vorsichtig genug sein. Auch, wenn an den meisten Gerüchten am Ende doch eine ganze Menge dran ist.</p>
<p>Der Antrag über die Stärkung Arnstadts wird übrigens nun erst in der nächsten regulären Kreistagssitzung  am 28.März behandelt. Da ist es hoffentlich wärmer, denn der Termin liegt mitten in der heißen Wahlkampfphase um das Bürgermeister- und Landratsamt.  Man darf gespannt sein.</p>
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		<title>Sein letzter Neujahrsempfang</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 20:43:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zum letzten Neujahrsempfang seiner Amtszeit gab sich der scheidende Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian Köllmer wie gewohnt sehr angriffslustig. Seine Auslassungen über die Welt und seine politischen Gegner zu solchen Anlässen sind legendär. Andere Redner polarisierten diesmal weniger - und wurden dem Anlass damit wohl mehr gerecht. Es gab eine Stelle in der Rede des Arnstädter Bürgermeisters, da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog-arnscht.de/2012/01/sein-letzter-neujahrsempfang/schuite-069/" rel="attachment wp-att-2131"><img class="alignleft size-medium wp-image-2131" title="Bürgermeister Köllmer mit Amtskette" src="http://blog-arnscht.de/wp-content/uploads/2012/01/Schuite-069-150x124.jpg" alt="Bürgermeister Köllmer mit Amtskette" width="150" height="124" /></a>Zum letzten Neujahrsempfang seiner Amtszeit gab sich der scheidende Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian Köllmer wie gewohnt sehr angriffslustig. Seine Auslassungen über die Welt und seine politischen Gegner zu solchen Anlässen sind legendär. Andere Redner polarisierten diesmal weniger - und wurden dem Anlass damit wohl mehr gerecht.</p>
<p><span id="more-2130"></span><br />
Es gab eine Stelle in der Rede des Arnstädter Bürgermeisters, da erschien das Lächeln von Hans-Christian Köllmer besonders spitzbübisch. »Jetzt kommen wir zu dem Teil des Neujahrsempfanges«, sagte er am Mittwochabend in der Arnstädter Stadthalle, »auf den manche schon warten &#8211; meine persönlichen Gedanken«.</p>
<p>Ob wirklich viele auf diesen Teil der Ausführungen gewartet haben, war an der Reaktion des Publikums nicht klar abzulesen. Aber es waren zum letzten Neujahrsempfang Köllmers in seiner 18-jährigen Amtszeit so viele Menschen gekommen wie selten zuvor. Die Sitzplätze in der Stadthalle &#8211; einschließlich der Empore &#8211; reichten nicht.</p>
<p>Was die etwa 550 Gäste vom scheidenden Bürgermeister zu hören bekamen, war vor allem ein Satz: »Ich habe mich nicht geändert«. Die alte Lust an der Provokation, eines der Markenzeichen dieses Bürgermeisters, zog sich auch durch diese Neujahrsrede. Es gab fast unterhaltsame Bekenntnisse wie »Ich bin noch immer ein Macho und genieße das«, und es gab die Ausführungen über Vaterland und preußische Tugenden. Aber es gab auch wieder die pauschalisierende Schelte für alle, die irgendwie »links« sind &#8211; und deren Pakt mit der großen allgemeinen Medienverschwörung gegen rechtschaffene Menschen wie den Arnstädter Bürgermeister.</p>
<p>Nebenbei bekamen »die Politiker« als Kaste noch ihr Fett weg &#8211; und alles, was nach Europa aussieht. »Die stören nur, wenn sie was tun«, sagte er mit Blick auf die EU.</p>
<p>Es ist eine holzschnittartige Weltsicht, die Köllmer bei solchen Anlässen zum Besten gibt. Diese Art der angriffslustigen Argumentation hat er auch in all seinen Wahlkämpfen erfolgreich eingesetzt, manche Menschen gieren in schwierigen Zeiten nach einfachen Antworten. Doch mit dieser Herangehensweise stößt er zugleich jene vor den Kopf, die seine Weltsicht nicht teilen. Am Mittwochabend ließ seine Rede ein gespaltenes Publikum zurück.</p>
<p>Dass es auch anders geht, bewiesen der Erste Beigeordnete Ulrich Böttcher mit seiner kurzen, aber sehr herzlichen Begrüßungsrede &#8211; und der Unternehmer Martin Winter. Wie schon im vergangenen Jahr stellte der Geschäftsführer der Firma »Carpenter« und Vize-Chef der »Initiative Erfurter Kreuz« bei der Auszeichnung von Schülern und Azubis seine Qualität als Moderator unter Beweis und es gelang ihm, mit klugem Humor ein Wir-Gefühl zu erzeugen: Wir können es zusammen schaffen. Und wir haben in Arnstadt schon eine ganze Menge geschafft, um die Zukunft der Stadt braucht es uns nicht bange zu sein.</p>
<p>Das war ein Grundton, den viele sich auch von Hans-Christian Köllmer gewünscht hätten. Denn mehr noch als seine konservativ-aggressive ideologische Grundeinstellung hat etwas anderes dazu beigetragen, dass er 18 Jahre lang in Arnstadt ununterbrochen auf dem Bürgermeisterstuhl sitzen konnte: Seine Fähigkeit, die Stadt angemessen zu repräsentieren und in Sachfragen hinter den Kulissen Mehrheiten zu organisieren. In völlig unideologischen Gesprächen und zum Teil mit jenen Partnern, die er bei offiziellen Anlässen so gern zu beschimpfen pflegt.</p>
<p>Es wäre schön gewesen, hätte er seinen Auftritt zum Neujahrsempfang als Chance für eine Art allgemeine Standortbestimmung Arnstadts zum Ende seiner Amtszeit genutzt. Nicht ideologisch, sondern integrierend. Wie das gehen könnte, machte der Gurker Bürgermeister Siegfried Kampl in seinem Grußwort vor. Kampl gilt auch nicht gerade als Freund linker Ideen, aber seine Rede zum Neujahrsempfang war fast staatsmännisch und ein einziges Lob an Arnstadt und seine Bürger, bei dem sich niemand ausgeschlossen fühlen musste. Dass Köllmer auch diese Spielart beherrscht, zeigte er gegen Ende bei der Auszeichnung seines ehrenamtlichen Beigeordneten Horst Höhne (CDU) mit dem Ehrenring des Bürgermeisters. Aber eben erst dann.</p>
<p>Insofern erlebten die Gäste des Arnstädter Neujahrsempfangs ein Wechselbad der Gefühle, so ähnlich wie beim wieder hervorragend zusammengestellten Begleitprogramm der Musikschule Arnstadt-Ilmenau. Das begann mit »Also sprach Zarathustra« von Richard Strauss und endete mit »Halleluja« aus Händels »Messias«. Irgendwo dazwischen konnte sich jeder wiederfinden.</p>
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