Ade Concordia (4): Kurzer Höhenflug und langes Ende

Nach der Wende erlebte das Jugendklubhaus einen ungeahnten Höhenflug. Viele Bands der alternativen Szene traten hier auf, begünstigt durch die Möglichkeit des Einsatzes von ABM-Kräften und „Zivis“ konnte die Veranstaltungstätigkeit wesentlich intensiviert werden. Allerdings dauerte diese Phase nicht lange an. Dann verfiel das Haus in einen Dornröschenschlaf, aus dem es nie wieder erwachen sollte.

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Ade Concordia (2): Von der Glaswerkstatt zum Beatschuppen

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die ehemalige „Concordia“ erst in   „Liselotte-Herrmann-Heim“ und wenig später in „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ umbenannt. Ab 1963 hieß es dann offiziell „Jugendklubhaus“ – bis zur Wende und darüber hinaus.

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Ade Concordia (1): Treffpunkt der Elite

Seit 172 Jahren steht das Haus an der Ecke Karolinenstraße / Vor dem Ried, nun soll es abgerissen werden und einem Wohnkomplex weichen. Seinen früheren äußeren Charme hat das Jugendklubhaus, das früher „Concordia“ hieß, schon lange eingebüßt. Aber es ist für viele Arnstädter ein Haus voller Erinnerungen. Und es hat eine bewegte Geschichte.
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Wider die Miesmacherei

Ein Bürgermeister macht gleich zu Beginn seiner Amtszeit Urlaub. Ist das ein Problem oder nicht?

Die Frage, die ich kürzlich hier im Blog zur Diskussion gestellt habe, führte zu einer munteren Debatte. Wer mag, kann ja bei Facebook mal die Kommentare nachlesen. (Kleine Eigenwerbung: Man kann den Facebook-Kanal von Blog Arnscht auch abonnieren!)

Was dabei auffällt: Für einen schonenden Umgang mit dem neuen Bürgermeister bezüglich seiner Urlaubsgestaltung tritt in den Kommentaren nicht nur Sebastian Köhler ein, dessen CDU Frank Spilling bekanntermaßen wahlkampfmäßig voll umfänglich unterstützt hat. Es melden sich auch zwei Stadträtinnen verteidigend zu Wort, von denen man das nicht unbedingt erwartet hätte. Martina Langs SPD-Ortsverein hatte sich vor der Stichwahl eindeutig für die Unterstützung des alten Bürgermeisters ausgesprochen, nun bittet die ehrenamtliche Beigeordnete um Verständnis für den Wahlgewinner Spilling, man solle doch nicht so hart sein mit dem Vater von drei Schulkindern.

Die Linken hatten vor der Stichwahl keine Wahlempfehlung abgegeben, weil sie keinen der beiden Kandidaten so richtig prickelnd fanden. Aber in den Kommentaren bei Blog Arnscht ist Ortschefin Judith Rüber nun voller Sanftheit gegenüber dem neuen Amtsinhaber. Sie findet es hingegen unerhört, sich auf einem Blog über einen Bürgermeister derart zu äußern, wie ich es getan habe:
„Denn was Sie mit solchen Einlassungen machen, ist miese Stimmung erzeugen…“.

Als ich das las, kam ich ins Jauchzen. Ein bisschen vorsichtig muss man ja noch sein, denn Martina Lang ist nicht die ganze SPD und Judith Rüber nicht die halbe Linke.  Der Fraktionschef im Stadtrat Frank Kuschel sprach heute auf Facebook schon wieder von einer „unberechenbaren Arnstädter Kommunalpolitik“, weil der neue Bürgermeister erst am 23. Juli kommt.  Aber falls die Damen doch ein bisschen für ihre Ortsparteien gesprochen hätten, dann gäbe es jetzt einen  Arnstädter Bürgermeister, der von zwei Fraktionen voll unterstützt und vom Rest wohlwollend erwartet wird.  Wann hatten wir das schon mal? Ich kann mich nicht erinnern. Und wenn dann noch konsequent gegen jegliche miese Stimmungsmache in sämtlichen Blogs und Gazetten der Stadt vorgegangen wird, dann könnten wir uns alle zusammen auf das Urlaubsende des Bürgermeisters freuen.

Der hat übrigens heute nichts verpasst. Die Stadtratssitzung fiel wie erwartet aus Stadträtemangel aus. So bleibt offen, wie es mit dem leidigen Problem der Wahl des ersten Beigeordneten weiter geht. Für alle, die da nicht so im Stoff stehen: Es könnte Amtsinhaber Ulrich Böttcher bleiben, aber fast alle Fraktionen haben da auch ganz eigene Ideen und Kandidaten, die Landherr, Atzrott oder Fricke heißen. Der Frontverlauf ist unübersichtlich, hinter den Kulissen wird gekungelt, was das Zeug hält.

Aber der neue Bürgermeister wird’s schon richten. Mit Hilfe aller Stadträte, die im neuen Geiste und um der Zukunft willen ihre egoistischen Bestrebungen einstellen und gemeinsam das Beste für Arnstadt tun.

Oder will irgendein Bedenkenträger dagegenhalten und miese Stimmung verbreiten?