Der Bismarckbrunnen 2013 probeweise auf dem Markt.
Wenn um das Schicksal der Arnstädter Marktlinden gestritten wird, geht es immer auch um den Bismarckbrunnen. Das war 2009 so und ist es heute. Auch, wenn das Thema offiziell ausgeklammert wird, in den gegensätzlichen Petitionen, die man im Netz unterschreiben kann, wird der Brunnen mit keinem Wort erwähnt. Dafür reden in Arnstadt fast alle drüber.
Die Linden auf dem Markt bleiben vorerst stehen, hat das Oberverwaltungsgericht entschieden. Das ist noch keine Entscheidung darüber, ob die Marktsanierung stattfinden darf oder nicht, aber von März bis September dürfen keine Bäume gefällt werden.
Das Verhältnis des Menschen zu seinem angeblichen Freund, dem Baum, ist schon immer schizophren gewesen. Wohl auch, weil der Baum im Gegensatz zum Menschen mehrere Leben hat. Allerdings ist es selten, dass sich Menschen wegen 15 Bäumen so zerstreiten wie gegenwärtig in Arnstadt.
Mit 20 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen hat der Stadtrat der geplanten Marktsanierung zugestimmt. Nun können die Linden gefällt werden und die Bagger rollen, auch wenn es nach wie vor nicht allen gefällt.
Ist in der kommenden Marktsanierung neben dem Aus für die alten Linden noch ein weiteres Kuckucksei versteckt? Das wollen wir doch nicht hoffen. Und sicher wird in der Stadtratssitzung, in der die grundsätzlichen Beschlüsse dazu gefasst werden, die ganze Sache aufgeklärt. Denn dass für die Anwohner (nicht nur des Marktes) eine versteckte Abnahmepflicht für Fernwärme drohen könnte, wäre ein starkes Stück.
Zur gerade beginnenden Grünen Jubiläums-Woche in Berlin präsentiert sich auch der „Thüringer Bogen“, der immer mal durch die Medien wabert. Aber wo zum Teufel liegt dieser Bogen überhaupt? Und wer braucht sowas? Kunstgebilde weiterlesen →
Dreizehn große und nicht ganz so große Vorsätze für 2026 hat ein Freund auf einen Zettel geschrieben, hat er mir erzählt. Ich fand die Idee gar nicht schlecht. Ich bin allerdings nur bis zehn gekommen. Hier sind sie:
Das Arnstädter Bahnhofsviertel galt früher als eines der lebendigsten außerhalb der Innenstadt. Doch in den vergangenen Jahren hat es immer mehr an Infrastruktur eingebüßt. Nun ist auch die letzte Bäckereifiliale in der Bärwinkelstraße verschwunden. Still und leise.
Vor 50 Jahren hatte Arnstadt nur eine Partnerstadt. Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu weit weg, aber ganz woanders. Das französische Haubourdin war für den normalen DDR-Bürger unerreichbar. Trotzdem entwickelte sich eine rege Beziehung, an die viele Arnstädter noch gern zurückdenken, obwohl die Partnerschaft nie offiziell wurde. Arnstadt und Haubourdin weiterlesen →
Bach war nur vier Jahre da, Bechstein auch. Wenn man unter den Arnstädter Berühmtheiten nach einem echten einheimischen Gewächs sucht, landet man zwangsläufig bei Eugenie John. Sie wurde vor 200 Jahren hier geboren und später auch begraben. Ihre bekanntesten Werke schrieb sie als „Marlitt“ in Arnstadt. Und sie liebte dieses Städtchen – mit Einschränkungen.