Osterüberraschungen

Weiße
An der Weiße ist es manchmal auch schön. Nicht nur in der Karibik.

Wenn man mal kurz nicht da ist, passiert normalerweise in Arnstadt nichts. Zu Ostern war das anders. Man kommt wieder und Honduras ist plötzlich ganz nah, während sich anderes voneinander entfernt hat. An der Weiße und im Tierpark war zum Beispiel deutlich zu bemerken, das in der Region einiges in Bewegung gekommen ist.

Da kommt man ahnungslos nach den Feiertagen in die Heimat zurück und liest so eine Hammermeldung in der Zeitung: Roatán und Arnstadt rücken enger zusammen. Was das für Perspektiven eröffnet! Korallenriff statt Gressler! Und endlich ein Partner, mit dem sich Arnstadt in der Gebietsreform zusammentun kann und der sich nicht so zickig anstellt wie die nördlichen Nachbarn.

Es gibt noch mehr Anknüpfungspunkte.  Vor der honduranischen Trauminsel ankern täglich zwei Kreuzfahrtschiffe, die aber abends meistens wieder weg sind. Und in der Arnstädter Rankestraße, die seit kurzem wieder für den Verkehr geöffnet ist,  parken täglich auch bis zu zwei Autos, die meistens wieder schnell weg sind. Da bietet sich ein ständiger Erfahrungsaustausch förmlich an.

Was dem Arnstädter Bürgermeister an der Delegation aus dem fernen Land auch sehr gefallen haben dürfte, war ihr offizieller Status: Dahinter stand eine Nicht-Regierungsorganisation. Alexander Dill mag Nicht-Regierungsorganisationen, besonders wenn es sich um den Arnstädter Stadtrat handelt.  Insofern  dürften es für ihn auch schöne Ostern gewesen sein, denn die LinksCDUProArnstadt-Front im Stadtrat, die ihm seit einiger Zeit das Alleinregieren so schwer gemacht hat, ist über die Feiertage mächtig ins Bröckeln gekommen.

Einen deutlichen Hinweis darauf fand der interessierte Bürger in der österlichen Ausgabe des „Arnstädter Stadtechos“ (Wie immer leider nicht online). Unter der ZK-tauglichen Überschrift „Konstruktive Diskussion“ wird über ein freundliches Zusammentreffen  des neuen WBG-Geschäftsführers Detlef Möller mit der Fraktion von „Pro Arnstadt“ berichtet, in der es um die Sanierung der Wohnblöcke „An der Weiße“ ging. Zur Atmosphäre ist folgendes zu lesen:
„Statt hitziger Diskussionen verständigte man sich in gebotener Sachlichkeit und ließ damit den etwas aus dem Ruder gelaufenen Bürgerabend der CDU, einige Tage zuvor, vergessen.“
Und der Fraktionschef von Pro Arnstadt, Georg Bräutigam, wird sogar mit folgendem Satz zitiert:
„Es nützt nichts und niemandem, wenn sich die Stadträte untereinander in die Wolle bekommen“.

Für geneigte Leser, die sich  an dieser Stelle wundern, warum ich mich über solche ansich normale Äußerungen wundere, sei auf die Berichterstattung über den zitierten CDU-Bürgerabend verwiesen. Und darauf, dass das „Arnstädter Stadtecho“ vom Vize-Fraktionschef von „Pro Arnstadt“, Stefan Buchtzik, verantwortet wird. Man kann also davon ausgehen, dass die wiedergegebenen Passagen  durchaus die Meinung jener Fraktion wiedergeben, die sich noch vor einigen Wochen fest an die Seite der Arnstädter „Linken“ und des linkefreundlichen  CDU-Flügels (oder besser Flügelchens?) gestellt hatte.

Was noch zu Ostern auffiel: Im Tierpark wurde rumgeeiert.
Wie im vergangenen Jahr wurden mangels Unterstützung der Stadt in der „Fasanerie“ ehrenamtlich und mit Sponsorenhilfe kleine Ostergeschenke verteilt. Im vergangenen Jahr taten sich dabei die „Linke“ und „Pro Arnstadt“ besonders hervor. In diesem Jahr findet sich bei Facebook ein Eintrag von Frank Kuschel über die Veranstaltung, in dessen Kommentaren es zwischen verschiedenen Mitgliedern der „Linken“ ziemlich hoch her geht. Konkret beklagen Mareike Graf und Sabine Berninger, dass Frank Kuschel sich für diese Veranstaltung mit dem Verein „Kinderlachen“ verbündet hat, der beiden offenbar nicht sonderlich zusagt. Von „Pro Arnstadt“ ist auf dem Bild nur der von der SPD importierte Stadtrat Andreas  Kühnel zu sehen. Ohne dessen Rolle als Politiker näher bewerten zu wollen: Ein richtiger Vertreter von Pro Arnstadt ist er nicht.

Insofern bot Ostern wirklich einige Überraschungen. Und deshalb möchte ich zum Abschluss noch einmal völlig überraschend aus dem „Arnstädter Stadtecho“ und dem Beitrag über die Weiße zitieren:
„. . . dass sich in Arnstadt überhaupt mal wieder was positiv bewegt. Die nächsten Stadtratssitzungen werden zeigen, in welche Richtung.“

Besser kann man es wirklich nicht ausdrücken.

 

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