Bach, lebendig

Als das „Neue Palais“ gebaut wurde, war Johann Sebastian Bachs Aufenthalt in Arnstadt schon einige Jahre Geschichte. Heute aber war er dort präsent, dank einiger Musikenthusiasten aus der Schweiz.  Und der Festsaal des Schlossmuseums erwies sich als wunderbarer  Konzertsaal.

image„Nach dir, Herr, verlanget mich“ tönte es schon am frühen Nachmittag durch die Gänge des Schlossmuseums. Acht Musiker und zwölf Sänger probten die frühe Bachkantate an einem ungewöhnlichen Ort: Im erst 2014 wiedereröffneten Festsaal des Museums. „Eigentlich ist dieser Saal ja gar nicht für Konzerte eingerichtet“, sagt Klemens Brühwiler, aber wir freuen uns, dass wie hier musiziewren und singen dürfen“. Der pensionierte Arzt und Bachliebhaber ist der organisatorische Kopf der Gruppe aus der Schweiz. Seit Montag sind sie in Arnstadt, wohnen in der „Henne“ und suchen nach „ihrem“ Bach.

„Irgendwann habe ich meine Liebe zu Bach und seiner  Musik entdeckt“, sagt Brühwihler, „und seitdem zieht es mich immer wieder nach Arnstadt“. Jedes Mal, wenn er wiedergekommen sei, habe die Stadt wieder etwas schöner ausgesehen.

Er hat immer wieder Projekte mit wechselnden Teilnehmern organisiert, ist schon mit ihnen auf Bachs Spuren von Arnstadt nach Lübeck gelaufen, hat sich natürlich Ohrdruf und Dornheim angesehen und ist nun wieder mit dem Projekt „frühe Bachkantaten“ in der Gegend unterwegs. Seine Mitstreiter sind ausnahmslos Amateure – aber mit viel Spaß an der Musik. Etwa die Hälfte ist zum ersten Mal hier und sehr angetan von der Stadt und der Freundlichkeit der Gastgeber.  Geprobt wird täglich sechs Stunden, manchmal im Saal der „Henne“, manchmal im evangelischen Gemeindehaus. Hochkonzentriert werden immer wieder einzelne Passagen geübt, auch wenn es nur für eine „öffentliche Probe“ ist: Kurzfristig hatte die Museumsleitung zu diesem etwas anderen Kurz-Konzert auch die Arnstädter Öffentlichkeit eingeladen. Die Resonanz war nicht sehr groß, aber niemand beklagte sich darüber. Die Sänger und Musiker sind nicht des Publikums wegen hier, sondern wegen des Projektes. Und wegen des Original-Orgeltischs von Bach, den sie sich nach dem Konzert im Museum noch ansehen.

Besonders angetan ist Klemens Brühwihler von der Akustik des Festsaals im Museum. „Ich weiß, dass der Raum eigentlich nur zum Anschauen ist, aber vielleicht könnte man ja mal über eine kleine Konzertreihe hier nachdenken“.

Bis Ende der Woche sind die Schweizer noch in Arnstadt. Am Freitag (8. April) gibt es mittags um 12 Uhr noch ein kleines Konzert in der Bachkirche. Wer Lust hat, kann gern zum Zuhören kommen.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus der heutigen Aufführung der Bachkantate:

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