Fünf im Rennen

Der Wahlausschuss hat getagt: Vier Männer und eine Frau dürfen sich um das Amt des Arnstädter Bürgermeisters bewerben. Und fast alle haben sogar schon ein Programm.

Jens Petermann trägt auf seinem Facebook-Foto jetzt Krawatte. Man erfährt auf seiner Seite, dass er dienstags regelmäßig am Hopfenbrunnen präsent sein wird und dass schon Plakate mit seinem Konterfei gehängt wurden. Was man auf seiner Facebook-Seite nicht erfährt: Er redet auch mit Arnstädter Jugendlichen. Als „Jens“, nicht als Bürgermeisterkandidat. Was er am Hopfenbrunnen und im Prinzenhofkeller so über seine Pläne zu erzählen hat, erfährt vorläufig nur, wer hingeht. Ein aufgeschriebenes Wahlprogramm von ihm hab ich bisher im Netz nicht gefunden.

Update 20. März: Dank einem Hinweis einer fürsorglichen Mitstreiterin von Jens Petermann hab ich sein Wahlprogramm gefunden. Es steht hier.

Die anderen Vier sind mitteilsamer. Angelika Stiel, Frank Spilling,
Thomas Eidam und Alexander Dill haben sich neue Facebook-Seiten zugelegt oder die alten wahltauglich gemacht und teilweise recht ausführliche Wahlprogramme veröffentlicht. Ich fand die Lektüre ziemlich ermüdend und inhaltlich auch nicht unbedingt besonders einfallsreich, aber das ist sicher Geschmacksache. Reinlesen lohnt sich auf jeden Fall, man will ja nicht die Katze im Sack wählen.

Was mir noch auffiel: Photoshop scheint in diesem Arnstädter Wahlkampf eine besondere Rolle zu spielen. Die Fotos sind allesamt sowas von vorteilhaft, dass man diese schönen Menschen sogar auf Plakaten ertragen kann. Nur der amtierende Bürgermeister, von dem schon viele Plakate hängen, guckt irgendwie so, als wolle er das alles nicht. Aber das ist bestimmt nur ein Werbetrick.

Nach Fleißpunkten führt im Augenblick Angelika Stiel. Wie man auf ihrer Facebook-Seite verfolgen kann, lässt sie kaum eine Möglichkeit aus, um sich öffentlich zu zeigen. Sie ist auch bisher die Einzige, die sich direkt zu einem Mitbewerber äußert: „Tragbare Politik statt unerträgliches Herumdillern“, schreibt sie anlässlich ihrer Bestätigung im Wahlausschuss. Alexander Dill setzt auf staatstragende Posts aus seinem Amtsalltag, Thomas Eidam und Jens Petermann üben sich noch stark in Zurückhaltung. Und Frank Spilling hat mit seinen Posts nicht immer ein glückliches Händchen, wie nebenstehender Screenshot zeigt. Aber er guckt wenigstens nicht in die Röhre.

Rhetorisch scheint Spilling noch Anfangsschwierigkeiten zu haben. Sein Auftritt beim Podium der CDU-Landtagsfraktion in der Arnstädter Stadtbrauerei jedenfalls war keine Sternstunde:
Ausschnitt aus dem Video

Es ist also noch Luft nach oben im Arnstädter Wahlkampf.

Wer sich übrigens fragen sollte, wo eigentlich Udo Schröder abgeblieben ist, der etwas andere Bürgermeisterkandidat:  Er hat das mit den Unterstützungsunterschriften nicht auf die Reihe gekriegt und ist damit aus dem Rennen. Allerdings hat er in einem etwas kryptischen Facebook-Post gerade angekündigt, nach der Wahl aktiv zu werden:

Na dann noch allseits viel Spaß.

3 Gedanken zu „Fünf im Rennen“

  1. Wahlkampf muss sein. In Arnstadt ist sprichwörtlich ein Krieg ausgebrochen und aus allen Ecken kommen die Heckenschützen.
    Schaut man sich so einiges an Kommentare im Netz an, kommt einen der Verdacht- es wird die Weiterführung bezüglich der Abwahl des amtierenden Bürgermeister verfolgt. Und dies von den selben Personen. Dahingestellt, sei der Wahrheitsgehalt – dazu maße ich mir nicht an – zu sagen ob Wahrheit oder nicht. Vielleicht wäre wirklich zielführend,wenn unabhänigen Stellen dazu mal ein Machtwort sprechen würden. Ich habe den Verdacht, das aus der Vergangenheit nichts gelernt wurden. Zum Abwahlverfahren ,waren einige Bürger schon von dem teilweise sprichwörtlich unter der Gürtellinie verlaufende Auftreten angewidert.
    Anderen wird vorgehalten -wie, wo sie ihren Wahlkampf führen. Von abgeschriebenen Wahlkampfprogrammen, wie auch mal vorhandene gesundheitliche Probleme mit zum Kampf gegen den Gegner angesprochen werden, das Alter von Bewerbern und und und.
    Ich denke viele der Betreffenden aktiven und sprichwörtlichen Heckenschützen, sollten sich doch an ihre eigenen Nasen fassen und sich um sich selbst kümmern. Ihre Person den Einwohnern von Arnstadt vorstellen.
    Jeden Bürger stand es auch frei ,sich um das Amt des Bürgermeisters zu bewerben. Wobei selbstverständlich auch die dann auch die nötigen Unterstützerunterschriften benötigt gehören.
    Zu den Wahlprogrammen und was am Ende dann daraus wird. Vor der Wahl ist vor der Wahl. Und wie es dann umgesetzt wird und ob überhaupt. Nun ja, auch da sind die Bürger schon oft eines besseren belehrt wurden. Egal, um wenn es da geht.
    Arnstadt braucht Veränderungen, das ist fakt. Aber was Arnstadt nicht benötigt, ist eine bestimmte Klientelpolitik. Dies hatte Arnstadt schon und es war nicht zielführend für die Stadt.
    Arnstadt, das sind alle Bürger der Stadt Arnstadt.
    Lassen wir uns mal überraschen, wer aus diesem Wahlkampfkrieg als Sieger rauskommt und wer mit erheblichen blauen Flecken- das Schlachtfeld verlässt.

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