Kann man ein perfektes Frühstücksei ganz ohne Schale ganz ohne Strom zubereiten? Man kann, wie ein Experiment im Arnstädter Schlossmuseum gezeigt hat. Das „Equipment“ dafür steht dort schon ziemlich lange herum, aber jetzt endlich durfte auch gekocht werden. Es scheint geschmeckt zu haben.
Bach war nur vier Jahre da, Bechstein auch. Wenn man unter den Arnstädter Berühmtheiten nach einem echten einheimischen Gewächs sucht, landet man zwangsläufig bei Eugenie John. Sie wurde vor 200 Jahren hier geboren und später auch begraben. Ihre bekanntesten Werke schrieb sie als „Marlitt“ in Arnstadt. Und sie liebte dieses Städtchen – mit Einschränkungen.
Natalka Sniadanko promoviert am Institut für Slavistik der Universität Leipzig. In ihrer Dissertation will sie Gemeinsamkeiten im Leben und Schaffen der berühmten ukrainischen Schriftstellerin Olha Kobyljanska und deren deutschem Vorbild E. Marlitt untersuchen. Ein Gespräch anlässlich des 200. Geburtstags der Arnstädter Literatin.
Altmodisch oder modern?Die Marlitt mit KI „modernisiert“
Am 5. Dezember wäre Eugenie John 200 Jahre alt geworden. Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, die Marlitt sei doch bloß eine altmodische Kitsch-Tante gewesen. Es ist Zeit, endlich damit aufzuräumen.
Fast jeder Arnstädter kannte Bernd Koch. Und wer ihn nicht kannte, kannte wenigstens jemanden, der ihn schon mal trommeln gehört hatte. Denn Kochi, wie ihn alle nannten, war Schlagzeuger schon von Kindesbeinen an. Nun ist er gestorben.
Bernhard Vogel hat heute Geburtstag, es ist der 92.. Ein paar Jahre durfte ich ihn als Journalist begleiten. Richtig nahe gekommen bin ich ihm – wie die meisten Menschen – nie. Aber ich habe mit ihm Krawatten gekauft und ihm seine Internetpräsenz gestohlen.
Vor 35 Jahren wurde in Arnstadt alles anders. Seitdem ist viel geschrieben und geredet worden, aber meist über einzelne Ereignisse oder Personen. Dies ist ein Versuch, die Zeit zwischen 17. September und 14. Oktober 1989 skizzenhaft zusammenzufassen und an die Menschen zu erinnern, die damals alles verändert haben.
Alwin Friedel 2010 mit seiner Frau Renate (r.) und der damaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, die drei kannten sich gut
Alwin Fiedel ist gestorben, der bekannte Arnstädter wurde 89 Jahre alt. Natürlich ist sein Name zuerst mit der Musik verbunden, schließlich war er Kirchenmusikdirektor und komponierte auch fleißig. Aber es gab auch den anderen Alwin: den trinkfreudigen Wanderer, den Gedichte- und Geschichtenschreiber, den amtlichen Pilzberater und den selbsternannten „Knispel“. Alles das passte bei ihm wunderbar zusammen.
Horst Höhne ist in Arnstadt bekannt wie ein bunter Hund. Er hat die Stadtpolitik maßgeblich mitgestaltet, war ein begnadeter Vermittler und seine verschmitzte Art musste man einfach mögen. Nun ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.
Vielleicht bekommt Arnstadt ja doch noch irgendwann einen Beigeordneten, wes Geschlechtes auch immer. Aber es wird auf keinen Fall der Mann sein, der das Amt die letzten 24 Jahre bekleidete. Ulrich Böttcher hat sich verabschiedet und arbeitet jetzt in der Kreisverwaltung.