Der Astronom Günter Loibl weiß nicht genau, ob er den Mond mehr mit dem Kopf oder mit dem Bauch mag. Er hat seit seiner Jugend schon so manche Stunde mit der Beobachtung des Erdtrabanten verbracht, ob auf der Erfurter Cyriaksburg oder jetzt in seiner Wahlheimat Espenfeld. Aber hin möchte er nicht unbedingt.
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Queen Freddie
Zum 60. Geburtstag von Sansibar Farrokh Bulsara, der als Freddie Mercury die Welt des Entertainments nachhaltig verändert hat
„Queen – The Greatest Hits“ wird heute wieder auf vielen Plattenspielern aufgelegt oder als CD eingeschoben werden: Immerhin belegt der Sampler von 1994 heute noch Platz 133 der Verkaufshitparade.
Musik von Queen vermag mehrere Generationen zu begeistern. Und obwohl sich die Gruppe stets als ein Ganzes verstanden hat, ist daran vor allem ihr Frontmann Schuld: Freddie Mercury.
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Magier im Kinderzimmer
Wie gefährlich sind Computerspiele?
Die Frage kommt meist von Leuten, die davon keine Ahnung haben. Denn natürlich steckt in manchen Suchtpotenzial – wie in Schnaps, Harry Potter oder dem Hausputz auch. Aber man sollte auch über die Chancen sprechen – und den Spaß.
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Das kleine Glück mit Harald Schmidt
Ein Jahr Harald Schmidt öffentlich-rechtlich: Alte Männer kommen nicht mehr pünktlich und jeden Tag
Heute vor einem Jahr ging Harald Schmidt erstmals wieder in der ARD auf Sendung, damals bärtig und langhaarig nach einer Weltreise. Mittlerweile ist der Bart aber längst ab.
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Über Nacht
Wie eine ganze Fabrik nebst Belegschaft 1946 aus Bleicherode ins ferne Russland verschwand
Am 22. Oktober 1946 klopfte es gegen 5.30 Uhr in Bleicherode an über 150 Türen. Am Abend zuvor hatte die sowjetische Militäradministration die Deutschen ins Waldhaus eingeladen, natürlich mit viel Wodka. Nun standen die gleichen Offiziere in den Wohnungen der Raketenspezialisten und lasen ihnen den Potsdamer Vertrag vor. Als Reparationsleistung an die Sowjetunion, hieß es im Befehl, sollten sie fünf Jahre lang in der Sowjetunion arbeiten. Ab sofort.
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Salonwagen von Compiegne II: Berühmtes Kanapee
An den warmen Mantel kann sich Erika Liebetrau noch gut erinnern. Mit schwarzen Knöpfen und einer Kapuze aus einem dicken Wollstoff, weinrot mit einem Touch ins Lila. Die Mutter hatte ihn nach dem Krieg für Erikas große Schwester genäht, später trug sie ihn selbst auch. Was sie damals nicht wusste: Der Stoff stammte aus dem berühmtesten Eisenbahnwagen der Welt. Der Mantel war aus dem Fenstervorhang des Salonwagens von Compiegne gemacht.
Das Ende des Salonwagens von Compiegne (I)
Der als Waggon von Compiégne bekannt gewordene Salonwagen mit der Nummer 2419 D hat mehrfach im vergangenen Jahrhundert Geschichte geschrieben. Gebaut wurde der edle Speisewagen mit blinkendem Kupferdach und Teakholz-Ausstattung im Jahr 1914 im französischen Saint-Denis. Berühmt wurde er zum ersten Mal vier Jahre später, mittlerweile zum Konferenzwagen umgebaut. An einem Tisch im Inneren wurde das Ende des Ersten Weltkriegs mit der deutschen Kapitulation besiegelt, im Wald von Compiégne in der heutigen Thüringer Partnerregion Picardie.
Ally McBeal geht, die Neurosen bleiben
„Männer sind wie Kaugummis. Je länger man auf ihnen kaut, desto mehr verlieren sie den Geschmack.“
Solche Sätze sind künftig nicht mehr zu hören am Dienstagabend. Ally verlässt uns. Mitten in den Neurosen, die wir ohne sie nicht hätten.
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Fünf Stunden Sex
Zum 50. Geburtstag von Sting
Mancher hat es nötig, dass man wenigstens zum 50. an seine lange zurückliegenden Lebenshöhepunkte erinnert. Gordon Matthew Sumner nicht.
Gerade hat er für „Brand New Day“ zwei Grammys eingefahren, darunter einen für das beste Album. Er wird beim „Live Aid 2“-Konzert im Oktober in New York als Star gefeiert werden und im November erscheint schon die nächste CD. Sting ist reich, erfolgreich, introvertiert und kreativ wie nie. Er braucht den Geburtstag einfach nicht.
Gefeiert wurde trotzdem. Sting traf in Marrakesch in Marokko ein paar alte Freunde zum gemeinsamen Musizieren. Die Band hiess, einige der Älteren werden sich erinnern, Police. Es war ein Anfang, dessen er sich jetzt mit fünfzig nicht zu schämen braucht. Auch, wenn er hinterher beschloss, alles anders zu machen.
Police war der Weg zu Sting, wie man ihn heute kennt. Jazzig, aber genau. Rockig, aber mit Gefühl. Die herausragenden Titel sind nicht das Besondere an ihm. Sondern die Platten und Konzerte. Er ist ein Meister des Gesamtkunstwerks, das er penibel zu inszenieren versteht. So penibel, dass der Zuhörer davon nichts mitbekommt.
Der Sohn eines Milchmanns und einer Friseuse hat sich seine Millionen hart erarbeitet und gibt sie für den Regenwald und soziale Projekte gern wieder aus. Musikalisch möchte er ebenfalls die Welt verbessern: Auch die Russen lieben ihre Kinder, sang er damals in der Zeit der Hochrüstung. Und seine Lieder gegen das Pinochet-Regime gehören zu den anrührendsten seiner gesamten Laufbahn.
Sich selbst gönnt er ein paar Marotten. Kein Deo zu benutzen, täglich Yoga zu betreiben. Was nach eigener Aussage dazu führen soll, dass er fünf Stunden lang ohne Pause Sex haben kann.
Glückwunsch.
Stimme der 68er
Joan Baez, der Mutter aller Liedermacher, zum 60. Geburtstag
Wenn sie die Stimme erhebt, ist alles so klar: Wir werden es schaffen, auch wenn es gerade jetzt nicht danach aussieht. Das war ihre Weihnachts-Botschaft 1972 in den Luftschutzkellern von Hanoi wie 1993 im Kriegsgebiet von Bosnien-Herzegowina.
Joan Baez wird heute 60, das Einmischen hat sie sich nicht abgewöhnen können. Ihre Helden sind die Verlierer. Sacco und Vanzetti (Ennio Morricone schrieb die Musik zu diesem Baez-Text) oder dem alten Dixie verhalf sie zu weltweiter Popularität, die Titel wiederum machten den Namen Joan Baez bis in den letzten Winkel des Planeten bekannt. Und auch bei jenen, die Folk nicht mochten, starb wenigstens noch ein gewisser Conny Kramer.
Eine ungewöhnliche Karriere für die Tochter eines mexikanischen Physikers und einer schottischen Lehrerin, die 1941 in Staten Island zur Welt kam. Doch als ihr Vater einen gut bezahlten Rüstungsjob aus Gewissensgründen aufgab, war die Pazifistin Joan geboren.
Sie hat eine Menschenrechtsorganisation gegründet, trat an nahezu allen Brennpunkten dieser Welt auf und mischte sich ein. Sie tut es noch heute, wenn auch etwas weniger und etwas leiser. Nur Ideologien, auch linke, sind ihr fremd geworden. In all den Aktionen habe sie sich selbst oft nicht mehr wiedergefunden, sagte sie. Also macht Joan Baez nicht mehr Weltrevolution, sondern singt gegen Kindesmissbrauch oder über das Schicksal illegaler Einwanderer. Und über Liebe.
Joan Baez war immer mehr als eine Sängerin, seit sie 1959 zum ersten Mal beim Newport-Festival auf die Bühne kletterte. Ihr verdankt Bob Dylan seinen Karriere-Durchbruch, sie machte Pete Seegers We Shall Overcome zur Hymne. Sie ist ein Stück Woodstock und das Symbol für die 68er überhaupt.
Aber erst, wenn sie die Stimme erhebt, ist alles so klar.