Liam Witja wurde im März 2010 in Arnstadt geboren, Joy Fabienne und Collien Joy erblickten ebenfalls in diesem Monat das Licht der Welt. Und seit 13. Mai ist auch Kace Sandra unter uns. Jedenfalls teilen das die Ilmkreis-Kliniken auf ihrer Internetseite mit – und in der Zeitung steht es auch.
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Archiv der Kategorie: Arnstadt
Bach, Weihnacht und wie weiter?
Am 27. April 2010 gab es in der Stadtbrauerei Arnstadt eine Debatte über die Zukunft der Bach-Weihnacht. Ein streitbares Gespräch, das gleichermaßen Hoffnungen wie auch Befürchtungen zu nähren in der Lage war. Im Folgenden ein paar Anmerkungen zu dem, was stattgefunden hat. Denn die Debatte sollte weiter gehen. Konstruktiv und ohne Befindlichkeiten.
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Instrumentalisierungen
Über einen Konflikt zwischen Arnstädter Feuerwehr und Links-Fraktion im Stadtrat, der beim näheren Hinsehen immer skurriler wird
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Amt 800

Matthias Grimm hat schon Erfahrungen beim Bau von Modellen. Jetzt hat der 53-jährige Arnstädter sein fünftes Werk vollendet. Im Maßstab 1 : 200 ist das „Amt 800“ im Dokumentationszentrum des Jonastal-Vereins im Arnstädter Bahnbetriebswerk wieder auferstanden. Nur wenige Arnstädter haben es damals so zu Gesicht bekommen, die meisten haben aber zumindest schon vom „Bergbad“ am Eulenberg gehört.
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Wie ein Holzstück im Meer
Es gibt (noch) kein Buch, das den Titel des Abends trägt. Wenn Ulla Gessner über ihre Wege von Rudisleben nach Tel Aviv erzählt, liegen nur lose Blätter vor ihr. Vielleicht wird es dieses Buch einmal geben. Dann, wenn sie ganz im Reinen ist mit sich und der Welt. Aber an diesem Abend erzählt sie nur. Auch nicht alles, über ihr problematisches Verhältnis zu ihrem Vater gibt es nur Andeutungen. Aber er war der Grund, warum die in Beeskow bei Berlin geborene Ulla überhaupt nach Rudisleben kam. Und später auch nach Tel Aviv.
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Preußisch und fichelant
Einer bekannten Arnstädterin zum 90. Geburtstag
Mit Lieselotte Schnell trifft man sich nicht, man wird empfangen. Sie wohnt noch immer im Lohmühlenweg, umgeben von stilvollen Möbeln und vielen Erinnerungsstücken. Das große Haus Nummer 25 allerdings hat sie eingetauscht gegen eine Wohnung in der Terrassenanlage für Senioren nahe der Lohmühle.
Auch mit 90 Jahren ist sie noch jene Dame, als die sie viele Arnstädter kennen gelernt haben. Ihr Leben war bestimmt von der Firma, die ihr Großvater Nicolaus 1878 gegründet hatte und später ihr Vater Paul weiter führte. Das Ladengeschäft am Ried, wo es noch bis zur Wende Werkzeuge zu kaufen gab, war nur ein kleiner Teil der Firma. Die richtigen Umsätze machten die Schnells mit Eisenstäben, Blechen, Röhren und anderen Waren, die sie an Firmen verkauften. Ein echter Metall-Großhandel eben.
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Gallien an der Gera
Kann sich Arnstadt einer Volkszählung widersetzen, die auf europäischer Ebene angeregt und vom Bund beschlossen wurde? Natürlich nicht. Aber man kann ja mal im Stadtrat darüber reden. Es gibt ja sonst nichts zu tun.
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Das Menschenrecht auf Depression
Der Schnee dieser Woche machte es fast vergessen: Es ist noch immer Herbst. Mit Nebel, Mistwetter und mürrischen Gesichtern auf den Straßen. Eigentlich schade, dass er bald vorbei ist.
Wenn es neblig ist, kann man sich endlich einmal ungestraft schlecht fühlen. Ohne dass sofort einer fragt, warum man solch eine Laune hat. Und falls doch, sagt man einfach: Das Wetter. Und jeder noch so lästige Zeitgenosse nickt plötzlich ganz verständnisvoll: Du mich auch.
Der Herbst ist eine geniale Jahreszeit, weil das Animationsprogramm des sonst so durchorganisierten Event-Aufenthaltes auf Erden Pause macht. Man muss nicht gebräunt aussehen. Man kann sogar Hüftspeck haben und sich trotzdem gut fühlen, weil die T-Shirt-Pflicht aufgehoben ist. Man kann mürrisch dreinschauen – und niemand nimmt daran Anstoß. Im Gegenteil: Der aufmerksame Beobachter wird feststellen, wie glücklich all die schniefenden, mürrischen, maulfaulen Mitmenschen in Wirklichkeit sind. Denn sie brauchen sich nicht zu verstellen.
Der Mensch ist so. Den Zustand permanenten Glücks und vollendeter Harmonie, den die Werbung ihm als Ideal vorgaukelt, hält er höchstens eine Woche lang am Stück aus. Spätestens dann fordert ein Menschenrecht seinen Tribut, das nicht mehr länger geleugnet werden darf: Das Recht auf eine gesunde Depression. Sicher, das ist eine unbequeme Wahrheit. Doch sie hält der Überprüfung am Alltags-Verhalten des Homo Sapiens stand. Wozu bräuchte die Menschheit Fernsehsendungen wie Casting- oder Talkshows, wenn es nicht einen natürlichen Hang des Zuschauers zur Depression gäbe? Und warum rennen so viele zu furchtbar schlechten Fußballspielen? Oder warum ertragen erwachsene Menschen, selbst wenn sie etwas Ordentliches gelernt haben, geduldig und mit entrückter Miene das Inferno einer Stadtrats- oder Kreistagssitzung?
Es ist gut, dass es die kleine Depression zwischendurch gibt. So wie Alkohol, Heino oder der kommunale Finanzausgleich auch nicht immer und für jeden etwas Schlechtes sind. Natürlich gibt es Grenzen: Wenn man zu viel davon hat, sollte man seinen Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen. Aber der Rest der Menschheit darf sich weiter allsommerlich auf den Herbst freuen. Wenn es auch innerlich so schön trübe wird.
Der Spruch auf dem Betttuch
Heute vor 20 Jahren gingen die Arnstädter zum zweiten Mal auf die Straße, um für Veränderungen zu demonstrieren – diesmal nicht so leise wie eine Woche zuvor und mit einem gewaltsamen Ende. Eine, die damals dabei war und dafür sogar ins Gefängnis ging, ist Beate Nagel. Erst jetzt, nach 20 Jahren, wurde sie für ihren Mut geehrt. Vor genau einer Woche erhielt sie als Heldin des Alltags in Berlin eine Goldene Henne. Der Spruch auf dem Betttuch weiterlesen
Was für ein Leben
Ein damals 25-Jähriger hat im September 1989 die Wende in Arnstadt ausgelöst. Günther Sattler brachte mit einem Flugblatt die Arnstädter dazu, auf die Straße zu gehen. 20 Jahre danach habe ich ihn besucht. Günther Sattler denkt noch heute mit gemischten Gefühlen an diese Tage zurück. Ein Held will er nicht gewesen sein. Aber er hat zur richtigen Zeit etwas getan, auf das alle gewartet haben.
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