In Arnstadt rumort es in der Elternschaft: Die Kindergartengebühren in den städtischen Einrichtungen sollen steigen. Es gibt eine Vorlage der Stadtverwaltung, die das vorschlägt. Für ein Kindergarten-Einzelkind sollen danach ab März 125 statt bisher 89 Euro fällig werden. Heute beraten zwei städtische Ausschüsse darüber – und es ist mit dem Protest vieler Eltern zu rechnen. Die „Linke“ im Stadtrat hat bereits ihre Ablehnung angekündigt. Es ist nicht zu erwarten, dass die städtische Vorlage so den Stadtrat passiert.
Heute steht in meiner Heimatzeitung ein Debattenbeitrag über ein Gutachten zum Sanierungsgebiet „An der Weiße“. Es streiten sich: Ein Bürgermeister, der 2012 von seiner Wahl ziemlich überrascht war – und ein Bürgermeisterkandidat der „Linke“ von 2012, der damals von seinem schlechten Abschneiden ziemlich überrascht war. Nur unter diesem Aspekt ist der obskure Streit zwischen Alexander Dill und Frank Kuschel überhaupt zu begreifen. Verstehen kann man ihn dennoch nicht, denn diese Auseinandersetzung ist ziemlich unterirdisch. Wie die Weiße in der fraglichen Gegend.
Heidrun Wagner am letzten Tag hinter ihrem Tresen.
Nach 45 Jahren ist ein Stück Arnstädter Seele verschwunden: Heidrun Wagner hat aufgehört. Sie lässt uns mit der Erinnerung an einen „Südbahnhof“ zurück, der eigentlich längst aus der Zeit gefallen schien. Oder doch nicht? Ende einer Ära weiterlesen →
Die Leute vom Bach-Advent aus Arnstadt haben eine neue Idee. Eigentlich keine Überraschung, denn der Bach-Advent steht schon immer für neue Ideen, von denen ganz Arnstadt profitiert. Aber diesmal kann man nicht nur sehen, staunen und genießen, sondern sogar aktiv mitmachen: Jeder kann sich ein Stück Bach-Advent kaufen. Und dann im Advent mit stolz geschwellter Brust behaupten: Das ist auch mein Fest. Ohne mich und mein Geld hätten die das nie so hinbekommen. Hier also 10 Gründe, warum man sich unbedingt jetzt an der ungewöhnlichen Finanzierungsaktion beteiligen sollte.
Heute vor 10 Jahren begann die Irak-Invasion. Ich wusste damals wenig, nur das, was Colin Powell vor der UNO gelogen hatte. Aber nicht mal das wusste ich damals. Dafür gab es grüne Lichter im Fernsehen, nächtliche Bilder aus automatischen Kameras. Ich kam nicht klar damit, was ich sah. Und es passte nicht zu dem, was ich hörte. Das blieb all die Jahre so. Deshalb hier ein Text, den ich am 22. März 2003 schrieb. Ich habe mich an ihn erinnert, als jetzt plötzlich noch einmal die grünen Lichter gezeigt wurden.
Der Obelisk-Häufigkeit nach ist Rom die ägyptischste Stadt der Welt. Die Eingeborenen ernähren sich hauptsächlich von erstaunlich dünn ausgerollten, aber in der Regel dürftig belegten Teigfladen, die entfernt an eine Pizza erinnern – und von Eis, manche Läden führen davon bis zu 150 Sorten. Der Straßenverkehr mutet chaotisch an, aber er funktioniert. Jeder Stein ist alt und unheimlich bedeutend, die Repräsentanten der Macht sind es überwiegend auch. Wir waren ein paar Tage in Rom, als gerade einer der bedeutenden alten Männer überraschend abdankte und ein anderer drohte wiederzukommen.
Was wissen wir doch alles. Dass 333 irgendeine Keilerei stattfand, wer bisher alles den Titel des Dschungelkönigs oder der -königin errang, wie gerade das Wetter am Südpol ist oder die aktuelle Prozentzahlen der FDP und des Singe Malts unserer Wahl. Dabei vergessen wir oft, dass es so vieles gibt, von dem wir so gut wie nichts wissen. Von grünen Bohnen zum Beispiel.
Manche Dinge erfährt man erst, wenn sie schon so gut wie vorbei sind. Ich zum Beispiel habe heute erfahren, dass just in diesen Tagen das „Europäischen Jahr für aktives Altern“ von uns zu gehen droht. Oder strebt es gerade seinem Höhepunkt zu?
Es war schon der dritte Bach-Advent in Arnstadt. Aber noch immer fragen Leute, die nicht dabei waren, was das eigentlich sei, dieser Bach-Advent. Eine allgemein gültige Antwort gibt es wohl nicht, den jeder erlebt ihn anders. Für mich ist es die beste aller Möglichkeiten, sich auf die die Adventszeit einzustimmen. Und einer Stadt, die sonst nicht so genau weiß, was sie von sich halten soll, ihre Möglichkeiten aufzuzeigen.
Als Journalist, egal welchen Alters, sollte man sich weder vom Kauderwelsch der Experten noch von den zahlreichen „Das-böse-Internet“-Artikeln abhalten lassen, ins Netz zu gehen. Wer es nicht tut, verpasst mindestens eine zeitgemäße Recherche-Chance. Dafür habe ich in einer Diskussionsrunde auf dem Verbandstag des DJV Thüringen in Suhl geworben. Und für alle, die nicht dabei waren, hier noch einmal mein Thesen.