Archiv der Kategorie: Politik

Grüne Lichter

Heute vor 10 Jahren begann die Irak-Invasion. Ich wusste damals wenig, nur das, was Colin Powell vor der UNO gelogen hatte. Aber nicht mal das wusste ich damals. Dafür gab es grüne Lichter im Fernsehen, nächtliche Bilder aus automatischen Kameras. Ich kam nicht klar damit, was ich sah. Und es passte nicht zu dem, was ich hörte. Das blieb all die Jahre so. Deshalb hier ein Text, den ich am 22. März 2003 schrieb. Ich habe mich an ihn erinnert, als jetzt plötzlich noch einmal die grünen Lichter gezeigt wurden.

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Ungelöste Schlüsselfragen

Alles bestens. Nur leider - es geht nicht.Immer mal wieder gibt es Sachen in der Kommunalpolitik, die gibts eigentlich gar nicht. Zum Beispiel neun niegelnagelneue Fahrradboxen in einem mit viel Aufwand sanierten Stück Innenstadt von Arnstadt, die aber seit anderhalb Jahren leider niemand benutzen kann. Denn die Boxen stehen zwar stolz da, aber man hat die Sache mit der Benutzung leider nicht zuende gedacht. Nach einer Lösung wird gesucht, wobei hier bewusst auf die Benutzung des Attributs  „fieberhaft“ verzichtet wird.
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Wenn der Konsul kommt

Manchmal wird ein Journalist zu Terminen eingeladen, über die es eigentlich nichts zu berichten gibt. Höchstens, dass Leute ihre Arbeit machen, für die sie bezahlt werden. Das ist besonders langweilig für Leser, die jeden Tag ihre Arbeit machen, ohne dass über sie berichtet wird. Manchmal schreibe ich deshalb gar nicht über solche Null-Nummern. Aber manchmal doch. Weil es einfach zu skurril ist, um es wegzulassen.
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Beschädigter Beigeordneter

Ulrich Böttcher (Archivbild von 2008)Es gab in der jüngeren Vergangenheit einige absonderliche Dinge in der Kommunalpolitik. Da wurde über eine weitere ehrenamtliche Beigeordnete von der SPD nachgedacht, die das dann aber doch nicht wollte. Da gab es einen Antrag der Freien Wähler im Kreistag, den die SPD-Landratskandidatin mit dem Bürgermeisterkandidaten von Pro Arnstadt ausgekaspert hatte und der dann wegen der Kälte (nicht der politischen) nicht abgestimmt wurde. Und da gab es das Ansinnen, dem hauptamtlichen Beigeordneten eine Ausschreibung zu ersparen – und ihn damit unabhängig vom Ausgang der Bürgermeisterwahl eine Perspektive zu sichern. Auch das ging am Ende schief. Man hätte Ulrich Böttcher diese Niederlage ersparen müssen – und können.
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Ortsverbot von Asterix

Georg Bräutigam (links), Uwe MöllerVon kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Arnstadt und Erfurt weiß die Geschichtsschreibung einiges zu berichten. In jüngerer Vergangenheit zofften sich die Arnstädter mit Ilmenau, zum Beispiel um Kreissitz oder Autokennzeichen. Nun aber ist ein neuer Kampfplatz entstanden. Der Gegner ist kleiner als Arnstadt, aber reich – und einfallsreich. Gekämpft wird zwar nur verbal, aber sehr persönlich.
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Ein ausgefallener Antrag

Neideckturm und Landratsamt in ArnstadtVor zwei Wochen gab es hier im Blog einen Beitrag über Gerüchte, die in der Arnstädter Kommunalpolitik herumwaberten. Das Echo darauf war enorm, wenn auch nicht offiziell. Nur ein hoffnungsvoller Jungjurist traute sich gleich aus der Deckung und salbte mich ob des Textes zum „Hofberichterstatter“ des „Lokal-Sonnenkönigs Hans Christian Köllmer“. Nun ist es, zugegeben, nicht immer ganz fair, solche Gerüchte, die einem Journalisten natürlich mit Bedacht erzählt werden, einfach öffentlich auszuplaudern. Es könnte ja sein, dass gar nichts dran ist. Deshalb schauen wir doch mal, was seitdem so passierte.

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Sein letzter Neujahrsempfang

Bürgermeister Köllmer mit AmtsketteZum letzten Neujahrsempfang seiner Amtszeit gab sich der scheidende Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian Köllmer wie gewohnt sehr angriffslustig. Seine Auslassungen über die Welt und seine politischen Gegner zu solchen Anlässen sind legendär. Andere Redner polarisierten diesmal weniger – und wurden dem Anlass damit wohl mehr gerecht.

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Ruine Lindeneck

Nur für die Feuerwehr wurde vor einiger Zeit die vernagelte Tür des "Lindeneck"  wieder geöffnet. Der Bauausschuss musste durch die Hintertür hinein - im Dunkeln.Das Parkett wellt sich bis zu einem Meter hoch auf der Fläche im großen Saal, wo früher getanzt wurde. Überall liegt Schutt herum, Lichtleitungen sind herausgerissen, Einbaumöbel zerstört. Vandalismus und mehrere Brände haben ihre Spuren im Lindeneck hinterlassen. Das Dach ist undicht und die Wände sind zum Teil schon mutwillig durchgebrochen.

Es war ein verheerendes Bild, das sich den Mitgliedern des Bauausschusses bei einer Ortsbesichtigung bot. Denn bisher war im Ausschuss nur über das Haus geredet worden, das schon länger leer steht.
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Sehnsucht nach Visionen

Regenbogen am RiedWas braucht Arnstadt im Neuen Jahr am dringendsten? Sicher, etwas mehr Geld in der Stadtkasse wäre nicht schlecht. Und auch gegen weitere neue Arbeitsplätze hätte niemand etwas einzuwenden. Doch in beiden Fragen steht die Stadt schon jetzt besser da als viele andere. Und es sieht so aus, als könnte die Entwicklung  durchaus weiter positiv verlaufen. Woran es derzeit aber wirklich mangelt, sind Visionen. Denn noch immer ist die Stimmung schlechter als die Lage.
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