Wir haben uns einen neuen Bundespräsidenten wählen lassen, die öffentliche Anteilnahme war nahezu schweinsteigerisch. Aber der Vorgang zeigt auch: Jeder sieht in dem Amt, was ihm sonst im Leben fehlt. Einen Ersatzkaiser, eine richtige Opposition, ein besseres Verfassungsgericht oder eine Lena der Politik. Dabei ist der Hausherr im Berliner Schloss (da gibts nämlich schon eines) einfach nur der Toaster, der auf Staatsempfängen das Buffet frei gibt. Und das kann der Wulff wahrscheinlich gar nicht mal so schlecht. Der tapfere kleine Toaster weiterlesen
Archiv der Kategorie: Geschichte
Amt 800

Matthias Grimm hat schon Erfahrungen beim Bau von Modellen. Jetzt hat der 53-jährige Arnstädter sein fünftes Werk vollendet. Im Maßstab 1 : 200 ist das „Amt 800“ im Dokumentationszentrum des Jonastal-Vereins im Arnstädter Bahnbetriebswerk wieder auferstanden. Nur wenige Arnstädter haben es damals so zu Gesicht bekommen, die meisten haben aber zumindest schon vom „Bergbad“ am Eulenberg gehört.
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Preußisch und fichelant
Einer bekannten Arnstädterin zum 90. Geburtstag
Mit Lieselotte Schnell trifft man sich nicht, man wird empfangen. Sie wohnt noch immer im Lohmühlenweg, umgeben von stilvollen Möbeln und vielen Erinnerungsstücken. Das große Haus Nummer 25 allerdings hat sie eingetauscht gegen eine Wohnung in der Terrassenanlage für Senioren nahe der Lohmühle.
Auch mit 90 Jahren ist sie noch jene Dame, als die sie viele Arnstädter kennen gelernt haben. Ihr Leben war bestimmt von der Firma, die ihr Großvater Nicolaus 1878 gegründet hatte und später ihr Vater Paul weiter führte. Das Ladengeschäft am Ried, wo es noch bis zur Wende Werkzeuge zu kaufen gab, war nur ein kleiner Teil der Firma. Die richtigen Umsätze machten die Schnells mit Eisenstäben, Blechen, Röhren und anderen Waren, die sie an Firmen verkauften. Ein echter Metall-Großhandel eben.
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Der Spruch auf dem Betttuch
Heute vor 20 Jahren gingen die Arnstädter zum zweiten Mal auf die Straße, um für Veränderungen zu demonstrieren – diesmal nicht so leise wie eine Woche zuvor und mit einem gewaltsamen Ende. Eine, die damals dabei war und dafür sogar ins Gefängnis ging, ist Beate Nagel. Erst jetzt, nach 20 Jahren, wurde sie für ihren Mut geehrt. Vor genau einer Woche erhielt sie als Heldin des Alltags in Berlin eine Goldene Henne. Der Spruch auf dem Betttuch weiterlesen
Was für ein Leben
Ein damals 25-Jähriger hat im September 1989 die Wende in Arnstadt ausgelöst. Günther Sattler brachte mit einem Flugblatt die Arnstädter dazu, auf die Straße zu gehen. 20 Jahre danach habe ich ihn besucht. Günther Sattler denkt noch heute mit gemischten Gefühlen an diese Tage zurück. Ein Held will er nicht gewesen sein. Aber er hat zur richtigen Zeit etwas getan, auf das alle gewartet haben.
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Das Wende-Gewissen
Eigentlich hat Dr. Johanna Voigt-Hoffmüller zum Feiern gar keine Zeit. Denn trotz ihrer 75 Jahre ist sie noch als Ärztin tätig. Aber ein wenig Innehalten sei ihr gewünscht. Denn sie hat immer getan, was zu tun war. Dieser Beitrag entstand zum 75. Geburtstag im Mai 2009.
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Das DDR-Spiel
Am Arnstädter Gymnasium tauchten in dieser Woche vier Klassen in die jüngere Vergangenheit ein. Die Stasi saß auch gestern wieder in dem Büro in der ersten Etage, gleich neben dem Sitz der SED-Kreisleitung. Mit beiden Institutionen sowie einer aufmüpfigen Jugendband unter dem Dach der Kirche wurde im Arnstädter Gymnasium die DDR nachgespielt. Eine Projektwoche auf der Suche danach, wie es wirklich war.
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Nachdenkliches Jubiläum

Natürlich wissen nicht nur die älteren Arnstädter, wer Friedrich Behr war. Bis 1958 leitete der Pfarrer das Marienstift und sorgte auch in Zeiten, da die Kirche in der Gesellschaft in eine unbedeutende Nebenrolle gedrängt werden sollte, unter schwierigen Bedingungen für einen Fortbestand und die Mehrung des guten Rufes der Einrichtung. Grund genug, seines 110. Geburtstages zu gedenken. Aber, wie es Friedrich Behr wohl auch selbst gehalten hätte, nicht mit einer Jubelfeier, sondern mit Nachdenken über Lehren aus der Vergangenheit und mögliche Fährnisse von Gegenwart und Zukunft. Nachdenkliches Jubiläum weiterlesen
Frau Friedels Märchenstunde
Viele Touristen, die sich später an Arnstadt erinnern, sprechen lobend über die erlebte Stadtführung. Es gibt viele Frauen und Männer, die es verstehen, das Interesse für diese Stadt zu wecken. Jeder und jede hat eine eigene Art dafür entwickelt. Das gilt auch für diese Frau, die sehr gern „gebucht“ wird: Renate Friedel. Sie hat schon 555 Reisegruppen durch die Stadt geführt. Frau Friedels Märchenstunde weiterlesen
Das runde Wunder
Der Astronom Günter Loibl weiß nicht genau, ob er den Mond mehr mit dem Kopf oder mit dem Bauch mag. Er hat seit seiner Jugend schon so manche Stunde mit der Beobachtung des Erdtrabanten verbracht, ob auf der Erfurter Cyriaksburg oder jetzt in seiner Wahlheimat Espenfeld. Aber hin möchte er nicht unbedingt.
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